Der geteilte
Himmel

 


     

 

sixpackfilm on location
17. – 27. April 2013


 


mumok

1

mumok Kino
Museumsplatz 1, 1070 Wien

Mi 17. April 2013, 19 Uhr

Den Titel für das neue sixpackfilm - Festival haben wir
dem Buch von Christa Wolf und der gleichnamigen
Verfilmung von Konrad Wolf entlehnt. Der geteilte
Himmel erschien so passend für diese spezielle Variante
von Wanderkino: Der endlose Horizont, die Möglichkeit,
mannigfaltige Eindrücke und Erkenntnisse sowohl in
ästhetischer als auch inhaltlicher Hinsicht zu erhalten,
und schließlich die gemeinsame Erfahrung des Filme
Schauens und der Gedankenaustausch mit dem
Publikum sind nur einige der Assoziationen.


Das bewegte Bild, in seinen vielfältigen Formen, gehört
zu den wichtigsten künstlerischen Ausdrucksmitteln
der Gegenwart. Anstelle eindeutiger Kategorisierungen
hinsichtlich Genre und Medium treten eine Vielzahl von
Arbeitsweisen, Präsentationsorten und Thematiken,
die ein Hinausgehen aus dem klassischen Kinoraum
nahelegen. sixpackfilm kontaktierte ausgewählte
Spielstätten in Wien für die Präsentation der
aktuellen Filme und Videos aus unserem Programm
und zu unserer Freude beteiligten sich alle unsere
Wunschpartner/innen an dieser Idee. So können wir
in diesen zehn Tagen einen Parcours an spannenden
Screenings anbieten und laden herzlich zur Teilnahme
an dieser Entdeckungsreise. (Brigitta Burger-Utzer)

 

nadalokal

2

na daLokal
Reindorfgasse 8, 1150 Wien

Fr 19. April 2013, 19 Uhr

nadalokal

3

topkino
Rahlgasse 1, 1060 Wien

Sa 20.+ So 21. April 2013, 12–15 Uhr

nadalokal

4

Österreichisches Filmmuseum
Augustinerstraße 1, 1010 Wien

Do 25. April 2013, 20:45 Uhr

nadalokal

5

Architekturzentrum Wien, MQ
Museumsplatz 1, 1070 Wien

Fr 26. April 2013, 19 Uhr

nadalokal

6

Tanzquartier Wien / Studios, MQ
Museumsplatz 1, 1070 Wien

Sa 27. April 2013, 22.00 Uhr

 

 

 


 

 

 

1

 

Mittwoch 17. April 2013
19 Uhr
mumok Kino, MQ

 

 

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Gabriele Mathes. Biografie und Mikrogeschichte

Die historische Last ist das Thema in den beiden letzten Filmen von Gabriele Mathes. Home-Movie-Material aus den 1960er und 1970er Jahren zeigt harmlose Bilder, während der literarische Text den Niedergang des Tischlereibetriebs in einer österreichischen Kleinstadt und seine bedrückenden Auswirkungen auf die Kleinfamilie schleifenartig und kontrapunktisch erzählt. Eine Million Kredit ist normal, sagt mein Großvater lässt neben dem biografischen Drama auch auf die generelle Verdrängung der Kleinunternehmer durch Supermärkte und Großhändler schließen.
in Flaschenpost verschränkt Mathes das gewalttätige Ende einer Beziehung mit politischen Kundgebungen von damals und heute. Der Widerstand in jungen Jahren galt nicht nur dem krankhaft eifersüchtigen Freund, sondern auch der Verdrängung der historischen Wahrheit des damaligen präsidentschaftskandidaten Kurt Waldheim. Die Bewältigung des persönlichen Traumas gelingt, aber sie verschließt nicht die Augen vor den Mängeln der sozialpolitischen Wirklichkeit. (Brigitta Burger-Utzer)

 

   

Eine Million Kredit ist normal, sagt mein Großvater
2006, 22 Min

Flaschenpost
2012, 30 Min

 

Im Anschluss Gespräch mit Gabriele Mathes
in Kooperation mit dem mumok

   

 

2

 

Freitag 19. April 2013
19 Uhr
na daLokal

 


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Boy
Meets
Girl

Drei junge Filmemacherinnen werfen einen neuen Blick auf das ewige Thema der zwischenmenschlichen Beziehungen. Fritz Ofners protagonistinnen diskutieren freimütig über Liebe, Alltag und Sehnsüchte, während sie entspannt Kaffee trinken und Wasserpfeife rauchen. Die Vermischung von Politischem und Persönlichem ist vor dem Hintergrund des Arabischen Frühlings in Beirut in statischen schwarzweiß Bildern dokumentiert. Auch die zwei Mädchen in Lisa Webers Twinni oder so rauchen. Allerdings mehr, um der Langeweile, die der Zwangsaufenthalt in der elterlichen Buchhandlung mit sich bringt, zu entkommen. Weitere Strategien gegen die Fadesse: Tanzen, Telefonieren und anlassige Männerkundschaft abschütteln. Die Genderperspektive wechselt in Erdbeerland zu männlichen Teenagern. Auch sie vertreiben sich die Zeit mit Musik hören, Abhängen und Partys. Das Leben erscheint oft sinnlos, aber die Träume sind groß. Das Begehren lässt sich nicht formulieren, ist aber zum Angreifen nahe. (Michaela Grill, Isabelle Piechaczyk)

 

 

Beirut Blend,
Fritz Ofner, 2012, 30 Min

Twinni oder so
Lisa Weber, 2012, 12 Min

Erdbeerland
Florian Pochlatko, 2012,
32 Min

 
 

Im Anschluss Gespräch mit den Filmemacherinnen
in Kooperation mit na dalokal

 

 

3

 

Sa 20. und So 21. April 2013, 12–15 Uhr
TOPKino–Saal 1 und 2

 


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Leises Schreien. Das Kino als Installationsraum

Die Ausgangsidee ist simpel: die Bespielung eines Kinos mit zwei Sälen mit jeweils einer kurzen Arbeit pro Tag, zu einem Zeitpunkt, an dem das Kino ansonsten leer steht. Der Kinoraum wird ganz deutlich als Ausstellungs- und installationsraum markiert, etwas was das Kino immer ist, aber nur selten darunter firmiert. Die hierfür ausgewählten Arbeiten sind in Dialog zueinander gesetzt. Während Marion Porten in feingeschliffenen Aufnahmen den häufig männlich assoziierten Beruf- stand der Dirigentin beleuchtet, untersucht Robert Cambrinus mediale Darstellungsparameter, um eine gesellschaftspolitische Fragestel lung zu entwerfen, die Bedeutungszusammenhänge in einer offenen Struktur frei legen. Der zweite Tag ist der räumlichen Verortung in ganz unterschiedlicher Form geschuldet. Miriam Bajtala legt einen biograf isch deutbaren Text, der von einer Migrationsgeschichte erzählt, in Englisch, Deutsch und Slowakisch einer Performerin, einem Performer und ihr selbst in den Mund. Watzal hingegen durchmisst anhand von vier Personen und ein paar Objekten ein Raumgefüge, indem nichts zur Ruhe kommen will und ständig ein fixer Standtpunkt negiert wird. (Dietmar Schwärzler)

 

 

Sa 20. April
Saal 1:

I can't cry much louder than this
Robert Cambrinus, 2012,
12 Min (loop)

Saal 2:

der rücken der dirigentin
Marion Porten, 2012,
14 Min (loop)

So 21. April
Saal 1:

von links nach rechts,
von oben nach unten

Flora Watza, 2013,
15 Min (loop)

Saal 2:

3 Stimmen
Miriam Bajtala, 2011,
13 Min (loop)

 

In Anwesenheit der Filmemacherinnen
in Kooperation mit dem
TOP Kino

 

 

4

 

Do 25. April 2013,
20:45 Uhr
Österreichisches Filmmuseum

 

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Norbert Pfaffenbichler. Faces

Phantome, Vampire und körperlich deformierte Wesen aus dem Schattenreich der Stummfilmzeit treffen in der neusten Arbeit von Norbert Pfaffenbichler aufeinander. Sie alle vereint derselbe Darsteller: Horrorfilmikone Lon Chaney, der „Mann mit den tausend Gesichtern“, bekannt sowohl für seine körperliche Wandlungsfähigkeit als auch seine detailreichen Verkleidungskünste. in einer Re-Montage aller 46 erhaltenen Chaney-Filme irrt der Darsteller alleine durch neblige Straßen, unheimliche Häuser und trifft dabei immer nur auf sich selbst in einer anderen inkarnation. Die atmosphärische Dichte der Bilderwelt wird durch die rauschhafte Musik von Bernhard Lang zu einem unentrinnbaren Malstrom. Danach gibt Norbert Pfaffenbichler erstmals Einblick in seine nächste Arbeit, in der er dem Gesamtwerk Boris Karloffs ein neues Gesicht verleihen wird.
Vorfilm des Programms ist Korpus Grotesk (2013, 20 Sek) von Nik Thoenen, eine Studie der kinematografischen Wiedergabetechnik von A bis Z. (Michaela Grill)

 

 

 

A Messenger from the Shadows
(Notes on Film 06 A, Monologue 01), 2013,
60 Min

A Masque of Madness (Notes on Film 06 B, Monologue 02), Trailer, 2013, 10 Min

 

im Anschluss Gespräch mit Norbert Pfaffenbichler, Bernhard Lang
in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum

 

 

5

 

Fr 26. April 2013
19 Uhr
Architekturzentrum Wien

 

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Interieurs

Das Programm beginnt mit Aequador in einer tropischen Naturlandschaft, in die modernistische Gebäude einer utopischen Vision gleich eingebettet sind. Um Visionen, die sich in konkreter Architektur manifestieren, geht es auch in den beiden Gebäude- portraits von Sasha Pirker. in Empty Rooms verschmilzt ein nicht definierter realer mit einem virtuellen Raum, und bei Johannes Hammel dient das Wohnungsmobiliar der 1960er Jahre als Fläche für Erinnerungen an eine Zeit gesellschaftlichen Aufbruchs. Mit Untitled schließt sich ein Bogen, und das (tropische) Außen dringt erneut als eine Projektionsfläche für die Geschichten der Protagonisten in den Erzählraum hinein. Unter Einsatz unterschiedlicher Zugänge werden im Verlauf dieses Programms Fragen von Raumkonstruktion, Geschichte und Wahrnehmung aufgezeichnet, verhandelt und zueinander filmisch in Szene gesetzt. Dass Architektur dabei – auch retrospektiv – immer unter dem Aspekt der Vision gedacht werden kann und muss, wird augenscheinlich. (Gerald Weber)

 

 

Aequador
Laura Huertas Millán,
2012, 20 Min

Paperwork
Sasha Pirker, 2012, 15 Min

Empty Rooms
Claudia Larcher,
Constantin Popp,
2012, 11 Min

Rooms
Johannes Hammel,
2013, 9 Min

Cornelius Kolig. Anleitungen an die Ewigkeit oder Don’t Fuck with Paradise
Sasha Pirker, 2012, 15 Min

Untitled
Neil Beloufa, 2010, 15 Min

 

Im Anschluss Gespräch mit den anwesenden Filmemacherinnen
in Kooperation mit dem AzW

 

 

6

 

Sa 27. April 2013
22.00 Uhr
Tanzquartier Wien /
Studios, MQ

 

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Feedback

Im Rahmen von Feedback [2nd Edition] zeigt das Tanzquartier Wien in Kooperation mit sixpackfilm ein Kurzfilmprogramm mit Videos von österreichischen Tanz- und PerformancekünstlerInnen. Die eigene künstlerische Praxis in ein anderes, eigenständiges Medium fortsetzend – etwa als Überarbeitung bestehender Choreografien in Zusammenarbeit mit Filmschaffenden, mit filmischen Mitteln vor der Perfektionierung der Special Effects oder als Realanimation –, haben die einzelnen Künstlerinnen filmische Choreografien geschaffen, welche die Grenzen zwischen Objekten und Körpern, Kamera und Zuschauerschaft wie auch zwischen den verschiedenen Medien überschreiten. Als Weltpremiere zeigen wir das neue Video Show Ghost von Jan Machacek, welches die gleichnamige Performance – im Tanzquartier im Rahmen der Wiener Festwochen uraufgeführt – filmisch verdichtet. (tqw)

 

 

Body Trail
Michael Palm, Willi Dorner,
2009, 8 Min

In the Mix
Jan Machacek, 2008, 4 min

Show Ghost
Jan Machacek, 2013,
ca. 13 Min

trespass
Paul Wenninger,
2012, 11 Min

Burning Palace
Mara Mattuschka, Chris Haring, 2009, 32 Min

 

In Kooperation mit dem Tanzquartier Wien

 

 


   
 

 

Dank an: Architekturzentrum Wien (Karoline Mayer, Dietmar Steiner), mumok kino (Matthias Michalka, Naoko Kaltschmidt), na daLokal (Daniel Zimmermann), Österreichisches Filmmmuseum (Alexander Horwath), tanzquartier wien (Walter Heun, Lejla Mehanovic), top-Kino (Bruno Batinic)