 
Faceless
Kinostart
2. - 16. Mai 2008,
19.30 Uhr im Topkino Wien
Matinée mit Podiumsdiskussion
Sonntag, 4. Mai 2008,
12.30 Uhr im Topkino Wien
Ges(ch)ichtslose Überwachung?
Manu Luksch, Regisseurin von Faceless / Hans Zeger, Arge Daten /
Doris Kaiserreiner, Quintessenz / Philipp Braza, Landesobmann der
Wiener Schülerunion / Moderation: Ingrid Brodnig, Falter
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komakino
A 1996,
6 min
Konzept &
Realisierung: Sabine Hiebler & Gerhard Ertl
Ein Triptychon in Rot-Schwarzweiß-Rot. Autoraser versuchen
Überholmanöver für versteckte Radarfallen; maskierte
Männer überfallen Geldinstitute, Kunden von Supermärkten
verspüren den Kitzel, etwas mitgehen zu lassen. Millionen Film-
und Videominuten lang warten die Apparaturen auf entscheidende Abweichungen.
Aber im Hintergrund kann man
sie förmlich rauschen hören – die ewige Anspannung,
mit der sich ein Staat und seine Wirtschaft Beschädigungen
vom Leib halten. Koma. Krise. Krisenkino. (Claus Philipp)
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Faceless
A 2007, 50 min, OmU
Regie: Manu Luksch,
Drehbuch: Manu Luksch, Mukul Patel
Bilder: Videoüberwachung in London,
Klavier: Rupert Huber, Soundtrack: Mukul, Choreografie: The Ballet
Boyz, Stimme: Tilda Swinton
Produktion: Amour Fou Filmproduktion,
ambient information systems
Angst löscht die Gegenwart aus. Sie speist sich aus einer Vergangenheit,
die sich unkontrolliert über die Gegenwart hinweg ausbreitet
und von der Zukunft Besitz ergreift.
Diese Angst zu bannen, indem man Vergangenheit und Zukunft ausschaltet,
ist das Versprechen des Überwachungsstaates. Ein Versprechen,
das die permanente Observation des öffentlichen Raums legitimieren
will, welche den Traum vom sorgenfreien Dasein im abgeschotteten
Jetzt in einen real gewordenen Alptraum verkehrt. Faceless erzählt
– mit der Stimme von Oscar-Preisträgerin Tilda Swinton
– von diesem Alptraum im Vokabular des Science-Fiction-Films
– und mit dem Bildmaterial, das die Regisseurin den Betreibern von Londoner Videoüberwachungsanlagen unter Berufung auf das
britische Datenschutzgesetz abgerungen hat. In fantastisch-poetischer
Verkettung lässt sie beklemmend vertraute Stadtansichten zum
Schauplatz eines Schicksalsszenarios werden, in dem eine Frau den
schockhaften Ausbruch aus einer „Echtzeit“-Welt erlebt,
die der umfassenden Kontrolle eines anonymen Systems unterworfen
ist.(Robert Buchschwenter)
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