Dagegen muss ich etwas tun.


Portrait der Widerstandskämpferin Hilde Zimmermann

 



Ein Film von Tina Leisch
ab 16. April 2010 im Filmhaus Kino
Spittelberggasse 3, 1070 Wien, Tel: 522 48 16





 

 

 

 


 

Dagegen muss ich etwas tun.
Portrait der Widerstandskämpferin Hilde Zimmermann

Regie, Konzept, Schnitt: Tina Leisch
Kamera: Leena Koope
Konzeptmitarbeit, Kamera: Marika Schmiedt
Mit: Hilde Zimmermann, Pauline Leibel, Othmar Wundsam, Harry Zimmermann u.a



„Dagegen muss ich etwas tun.“ Den Satz, der später zum Titel von Tina Leischs filmischem Portrait der Widerstandskämpferin Hilde Zimmermann werden sollte, äußert die Protagonistin eher beiläufig und unvermittelt, während sie der Interviewerin ein Foto aus den frühen Vierzigerjahren erklärt. Das Foto zeigt russische Kriegsgefangene, die gerade von Soldaten der Wehrmacht abgeführt werden. Unter den Gefangenen befindet sich eine Frau in Zivilkleidung. Ihr gilt Zimmermanns Aufmerksamkeit: Von ihrem Bruder habe sie damals bereits gehört, dass die Deutschen, wenn sie Partisanen erwischen, auch die Frauen aufhängen. „So wie die Frau geht…“, sagt Hilde Zimmermann noch, dann fällt die titelgebende Äußerung.

Es gehörte schon immer zu den Stärken der als Oral History bekannten historiographischen Methode, dass sie die performativen Aspekte der Situation, in der jemand sich erinnert, ebenso aufzeichnet wie das Erinnerte selbst. Auf diese Weise entsteht ein Bild der Vergangenheit, das das Bild der Zeugin – anders als bei Zeugenaussagen vor Gericht oder in gewöhnlichen Interviewsituationen üblich – gerade einschließt. Diesen Umstand macht Dagegen muss ich etwas tun sich zunutze: Die Interviews, die Brigitte Halbmayr vor gut zehn Jahren für eine Studie am Institut für Konfliktforschung und in Zusammenarbeit mit dem „Videoarchiv Ravensbrück“ mit Hilde Zimmermann geführt hat, ergänzt Tina Leisch um Gespräche mit dem Ehemann Harry Zimmermann, dem Bruder Othmar Wundsam, der Jugendfreundin Pauline Leibel. Das Resultat ist ein Film, der über die Erzählung der für die zeitgeschichtliche Forschung relevanten Stationen – Kind des roten Wien, als Jugendliche politische Aktivistin, als junge Frau im Widerstand gegen den Nationalsozialismus, mit Mutter, Bruder und Freundin verhaftet und nach Ravensbrück deportiert – das Portrait einer Frau modelliert, deren Leben zugleich exemplarisch und einzigartig war. Diese Balance zu erzeugen und zu halten, darin besteht die große Leistung von Tina Leischs Film. (Vrääth Öhner)

 

 

 

 

sixpackfilm in Kooperation mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freundinnen und kinoki

www.sixpackfilm.com
www.ravensbrueck.at
www.videoarchiv.ravensbrueck.at

Der Film wurde gefördert von: Nationalfonds der Republik Österreich, Zukunftsfonds der Republik Österreich, MA57 Frauenabteilung der Stadt Wien