Volver la Vista -

Der umgekehrte Blick

 

Fridolin Schönwiese

Filmgalerie Krems
19. 1. - 21. 1. 2006

ab 20. Jänner 2006
im De France Wien

Schottenring 5, 1010 Wien
Kartenreservierungen: 317 52 36
www.votivkino.at

 

 

 

 


Eine Vielzahl ortsverpflanzter Frauen und Männer hat Fridolin Schönwiese für seinen Dokumentarfilm Volver la Vista - Der umgekehrte Blick interviewt. Österreicher, die heute in Mexiko leben, aus beruflichen Gründen, weil sie der Liebe gefolgt sind oder auch, weil sie damals im Dritten Reich ihr Land verlassen mussten. Und Mexikaner, die sich in Österreich als Gastwirte, Künstler oder Musiker eine neue Existenz aufgebaut haben. Schönwiese lässt sie in ihrer neuen Sprache über die alte Heimat erzählen, einen Ort, den viele schon jahrelang nicht mehr gesehen haben und der sich in der Erinnerung zu einem ganz selektiven Konglomerat von Bildern, Tönen, Eindrücken verdichtet hat. Dabei sind die Sprechenden nie in der Interviewsituation zu sehen. Der Film belässt ihre Stimmen im Off, wo sie sich, weit gehend aus der Individualität gelöst, zur großen gemeinsamen Erzählung über das Fremdsein, über Verlust und Rekonstruktion der Identität, über kulturelle Vorurteile und Klischees und den imaginären Ort, zu dem das ehemals so konkrete Herkunftsland geworden ist, verweben. Volver la Vista ist ein Langzeitprojekt, in dem fünf Jahre Arbeit stecken. Gedreht wurde mit zwei Kameramännern, dem Österreicher Johannes Hammel und dem Mexikaner Rafael Ortega, die, parallel zu den ?umgekehrten" Sprachen auf der Tonebene, ihren Blick auf das jeweils andere Land richteten. Die so entstandenen Aufnahmen kommunizieren auf ganz unerwartete Art, finden Österreich in Mexiko und umgekehrt, laufen sich zuwider oder ergänzen sich mit viel Humor, wenn etwa ein Zug über eine hitzeflirrende mexikanische Hochebene in einen Tunnel fährt, um in den winterlichen Alpen daraus wieder aufzutauchen. (Maya McKechneay)

Eine spezielle Kreation der deutschen Sprache ist das Wort ?Betriebsblindheit". ?Das was man vor der Nase hat, sieht und will man nicht. Man sucht das Weite", sagt einmal ein Protagonist im Film. Das Fremde vor der eigenen Haustüre ist eine wunderbare und zu entdeckende (europäische) Realität; und die Vielfalt eigener Haustüren in der Fremde ist eine ideale Ergänzung dazu. (Fridolin Schönwiese)

Mit Humor und einem verspielten Umgang mit Klischees kristallisiert "Volver la vista - Der umgekehrte Blick" Gegensätze, aber auch Ähnlichkeiten zwischen Kulturen heraus. (Katalog Locarno Film Festival)

 

 

 

Österreich - Mexiko 2005 / 90 min / 35mm / Dolby digital / Farbe


Regie, Drehbuch, Konzept: Fridolin Schönwiese
Kamera: Johannes Hammel, Rafael Ortega
Schnitt: Karina Ressler
Musik: Michael Palm, Antonio Fernández Ros
Ton:Rogelio Villanueva, u.a.
mit: Ruth Deutsch de Lechuga, Aurora Nicolau de Niederl,
Friedrich Koblizek, Verónica Márquez de Kloyber, u.a.
Produktionsleitung: Zepp Berensmeier
Produktion: Amour Fou Filmproduktion (A),
Producciones Sincronía (MEX)
Produzenten: Gabriele Kranzelbinder, Alexander Dumreicher-Ivanceanu
Co-Produzenten: Rafael Ortega, Fridolin Schönwiese
Förderungen: Bundeskanzleramt Kunstsektion, Filmfonds Wien,
ORF Innovationsfonds, Cine Culture Carinthia, Cine Styria,
Cine Tirol, SalzburgAgentur, Land Steiermark, Land Oberösterreich
Land Niederösterreich, Land Vorarlberg, Land Salzburg, Land Tirol,
Stadt Salzburg, Stadt Innsbruck, BM für auswärtige Angelegenheiten,
BM für Bildung, Wissenschaft und kulturelle Angelegenheiten,
Consejo Nacional para la Cultura y las Artes CONACULTA
Sponsored by Grupo Modelo S.A. de C.V. CORONA
Verleih: sixpackfilm