Mika Taanila

Filme

 

Mittwoch, 2. Juni 2004, 20 Uhr im Top-Kino
Rahlgasse 1, 1060 Wien
Kartenreservierungen: 208 30 00

www.topkino.at

 

 


 

Futuro - A New Stance for Tomorrow


Futuro

 


Finnland 1998, 35mm, 29 min

Futuro ist eine Zeitreise in unsere jüngste Vergangenheit. Es geht um den Aufstieg und Fall des Futuro-Vollplastikhauses - die Geschichte einer utopischen Idee aus dem Weltraumzeitalter, die beinahe wahr geworden wäre. Das Futuro-Haus, das 1968 auf den Markt kam, wurde vom Architekten Matti Suuronen entworfen. In ihm spiegelt sich sowohl die damalige Zeit als auch die utopische Vision von der "neuen Haltung für die Zukunft". An seiner elliptischen UFO-Form lässt sich der Optimismus ablesen, der in den späten 60er Jahren mit der bevorstehenden Eroberung des Weltalls verbunden war. Futuro - a new stance for tomorrow macht aus der Geschichte dieses Objekt, einem vergessenen Meilenstein des finnischen Kunststoffdesigns, eine bizarr inscenierte filmische Erzählung.
Der Film zeichnet die Entwicklung dieses architektonischen Entwurfs nach, von Suuronens "rein mathematischer Idee" zur multifunktionalen Ware, die schließlich in seiner Auslöschung durch die Zeit endet. Einzigartige Amateuraufnahmen und anderes Archivmaterial betonen den Enthusiasmus und die Leidenschaft, die Futuro auf der ganzen Welt auslöste. Zu Wort und ins Bild kommen dabei neben dem Erfinder Suuronen und dem damaligen Marketingchef unter anderen auch Andy Warhol, Christo, der deutsche Konzeptkünstler Chalres Wilp, die kuwitische Königsfamilie oder der russische Sputnik-Jugendreisedienst.

 

 


 

A Physical Ring


A Physical Ring

 

Finnland 2002, 35mm, 5 min

Ausgangsmaterial diese Expermintalfilms sind Bildaufzeichnungen eines anonymen physikalischen Experiments aus den 40er Jahren, dessen Zweck bis heute unklar ist. Mit Hilfe des akribischen Schnittes werden die Forschungsaufnahmen zu einer beunruhigenden kinematografischen Fantasie. Die rhythmische Kombination der Bilder mi der Musik von Pan Sonic erzeugt dabei eine eindringliche, soghafte und hypnotische Wirkung.

 

 

 


 

Future is not what it used to be


Future is not what it
used to be

 


Finnland 2002, 35mm, 53 min

Taanilas bislang jüngster Film ist ein Portrait von Erkki Kurenniemi (*1941), dessen Arbeit die Gebiete Musik, Film, Informatik und Robotik auf ungewöhnliche und zugleich selbstverständliche Art miteinander verbindet.
Der Finne Kurenniemi ist ein grosser, oft übersehener Pionier der elektronischen Kunst. Die Projekte und Ideen des Atomphysikers, Erfinders, Künstlers und Kettenrauchers waren überraschend oft ihrer Zeit weit voraus. Am bekanntesten wurde Kurenniemi als Erfinder einzigartiger elektronischer Instrumente am Institut für Musikwissenschaften der Uni Helsinki in den 60er Jahren, später machte er Karriere als Pionier industrieller Automatisierung in der finnischen Elektro-Industrie und noch später als Ausstellungsleiter des Heureka Science Center zwischen 1987-1999. Im zentrum des Films steht Kurenniemis manische Sammelleidenschaft. Fieberhaft und andauernd zeichnet er seine Gedanken, alltäglichen Beobachtungen, Gegenstände und Bilder mit dem Ziel auf, Mensch und Maschine miteinander zu verbinden.
Future is not what it used to be ist ein faszinierendes Portrait der 60er und 70er Jahre in Musik und Film und zugleich der Versuch einer Antwort auf die offenen Fragen der Wissenschaft im 21. Jahrhundert.

 

 

 



Mika Taanila *1965, lebt und arbeitet in Helsinki.

Taanila bewegt sich auf dem Terrain des Dokumentarfilms und der visuellen Kunst. In seinen Filmen beschäftigt er sich mit den wichtigen und beunruhigenden Problemen der Gen- und Humantechnologie sowie der künstlichen urbanen Lebensräume. Sein künstlerischer Fokus ist dabei auf die futuristischen Ideen und Utopien der zeitgenössischen Naturwissenschaften.

 

 

(Texte aus: Kurzfilmfestival Hamburg, Katalog 2003)

 

 




 

 

 

 

Ein Programm von sixpackfilm und TOP-Kino Wien

in Anwesenheit des Filmemachers