Online-Katalog :

Terminal Identity #4
AT / DE / 2003
30 min.

Eine wackelige Handkamera zeigt immer wieder in subjektiven
Einstellungen das Gehen um verschiedene Straßenecken einer Stadt. Der Blick ist in Gehrichtung gewandt und streift parkende Autos, Kinder, Radfahrerinnen oder Passanten, die der Kamera entgegenkommen. Die Frau hinter der Videokamera erzählt davon, warum sie diese scheinbar unbedeutenden Aufnahmen macht.
Es entspinnt sich ein dichter Monolog, der in das Universum dieser Frau führt, der aber über eine autobiografische Darstellung hinausgehend auch über die Produktion und Bedeutung von Bildern reflektiert. Die Frau erzählt, dass ihre Aufnahmen, da sie nun alt ist, anders aussehen, dass sie nur noch Zugang zu einem sehr begrenzten Repertoire der Bildproduktion hat, die jenseits der ästhetischen Norm liegt. Auf diese Weise wehrt sie sich, von der Bildproduktion ausgeschlossen zu sein und kämpft beharrlich gegen die Vergänglichkeit des Körpers, gegen das buchstäbliche Verschwinden von der Bildfläche.

Dabei wird deutlich, dass die Kamera für die Erzählerin eine Möglichkeit darstellt, mit Anderen in Beziehung zu treten, über die Form der Bilder definiert sie ihren Platz in der Welt. Abbilder gelten hier nicht im Sinne eines kritischen Medienverständnisses, als Erfahrungen aus zweiter Hand oder als flache Trugbilder, sondern stellen einen sozialen Raum her, in dem die Kamera als ”zwischenmenschliches Konzept” funktioniert. Bilder zu machen und selbst in Bildern sichtbar zu sein ist konstitutiv für die Definition der eigenen Identität und die Verortung im Bereich des Sichtbaren. (Andrea Pollach)

Ein Film von:

Kategorie:
- Essay

Orig.Spr.:
- Deutsch

Available Prints:
- Betacam SP PAL

Bestellen

Verleihbedingungen

more on Austrian Independent Film & Video Database:
- Credits
- Festival placements
- Texte und Bilder