Online-Katalog / Dietmar Brehm :

The Murder Mystery
AT / 1992
18 min.

... eine pornographisch-sadistische Mordphantasie in flackerndem Schwarzweiß und zerfetzten Bildern... "Pumping Screen".

Ich hatte phantastisches S-8 Material, einerseits gefunden (eine undefinierbare mögliche Zombieszene), durch Zufall gekauftes (Der Mann mit der Todeskralle mit Lee/Saxon - ich konzentrierte mich auf Saxon + vergaß Lee) + ich hatte noch etwas Pornomaterial mit einer idealen Szene. Ich entwickelte einen Plan, wobei ich beachtete, daß der Plan kein Korsett wurde, daß ich genug Spielraum hatte, mich sozusagen filmisch in das präparierte Material hineinzuhalluzinieren + dennoch in der Struktur scharf bleibend, nicht verschwimmend. Ich filmte zu diesem Fremdmaterial noch ca. 30% eigenes dazu + filmte mich dann selbst zwischen das Szenengefüge hinein. Es entstand eine sadistisch pornographische Matrix, die Wirkung zeigte. TMM sollte trügerisch werden. Ausgehend davon, wie ich was in jeder Szene zeige, also vom inhaltlich real Erkennbaren bis zur Auflösungsebene, die trotz aller filmischen Manipulationen erkennbar bleibt, gab ich eine Struktur vor, die zu erzählen beginnt - ohne Worte, als Sound hört man durchgehend 20 Minuten Gewitterton. Die Geschichte von TMM beginnt in den Gehirnen der Betrachter, bei vielen buchstäblich mit Wörtern, Sätzen, zu sprechen, wie ich höre, wie gesagt wird, obwohl TMM vom Verbalen ein Stummfilm ist. Nur wenige sehen TMM so falsch, indem sie das Filmbild nur wörtlich sehen. Dann werden sogar Leichen vermutet.

(Dietmar Brehm)


Neben dem episodisch-rasanten, von PRINZGAU/podgorschek überwachten Kunstunternehmen "lo(o)sgelöst" wird Dietmar Brehm zwei weitere vorläufige Ergebnisse seiner irritierenden Forschungsarbeiten zu den Themen Gewalt, Sexualität und Kino präsentieren: The Murder Mystery, eines seiner zentralen Werke, wird in einer rekonstruierten Schnittfassung zu sehen sein, dazu Brehms brandneue Arbeit Blicklust, die Zusammenfügung von schwarz/weiß- und Operations-Filmsequenzen; suggestive, erschreckende Filme, oder, wie Brehm selbst das ausdrückt: "Manchmal frage ich mich, was für ART Filme ich mache und dann denke ich, es sind Horrorfilme".

(Stefan Grissemann in "Die Presse" vom 20.10.1992)

Ein Film von:
- Dietmar Brehm

Kategorie:
- Avantgarde/Kunst

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- 16 mm
- 16 mm

Preis: 72 EUR

Bestellen

Verleihbedingungen

more on Austrian Independent Film & Video Database:
- Credits
- Festival placements
- Texte und Bilder
- Biographie: Dietmar Brehm