Online-Katalog / Dietmar Brehm :

Perfekt 1-3
AT / 1984 - 1996
41 min.

Die ursprüngliche 60 Minuten S8-Originalfassung existierte bis 1991 ausschließlich als Original, war durch zahlreiche Vorführungen stark beschädigt und wurde 1996 restauriert.

Die Found-Footage-Konstruktion der Perfekt-Trilogie zeigt in drei Örtlichkeiten die Kollision von Sexualität und Gewalt in flackernden Pumping-Screen-Licht. Perfekt ist ein Film über Ortsbestimmungen (Paris, 1982 [1], Tacoma, Wahington 1940 [2], Dallas, Texas, 22. 11. 1973 [3]) und über Gesichter, Körper, sexuelle Handlungen. Perfekt reflektiert flimmrige, verschleierte Blicke auf noch Zuckendes, Verwesendes. Am Beginn der Trilogie, in Paris, ist die Wahrnehmungsgeschwindigkeit, wie sie der Film zeigt, im Sinne unserer Gewohnheit. Der erste Teil erzählt sich geradliniger als der zweite Teil, der spiralenförmig konstruiert ist, während im dritten Teil die sexuellen Handlungen in Abwechslung mit den Auto- und Gewaltsequenzen gegen Ende des Filmes immer zeitzerdehnter erscheinen, bis zum Stillstand, und von der Tonspur quer durch alle drei Teile Gewitterstimmung.

(Dietmar Brehm)


Die Leinwand völlig schwarz - ein monolithischer Schattenwurf flimmert sich in extremer Zeitlupe zum klassisch bedeckten Schädel eines Texaners um: Perfekt-3 (Dallas, Texas, 22.11.73) macht klar, dass das Erbevon Expanded Cinema ein Torso geblieben war, an dem wieder gearbeitet werden kann. Und die fast unerträglich dichte Sinnlichkeit von Brehms Arbeiten beweist zugleich, dass aus dem Bauch heraus nicht hirnlos sein muss.

(Peter Tscherkassky)


Perfekt zeigt an drei Örtlichkeiten (Paris, Tacoma, Dallas) eine Kollision von Gewalt und Begehren im flackernden Licht der "Pumping Screen": Letzteres ergibt einen hypnotischen Zug, um den sich die Bilder winden, so spektakulär wie die tagelang schwingende Brücke von Tacoma vor ihrem Einsturz.

(film.at)


ad: Perfekt-2

a)
Der Titel des Films spielt auf ein archtiektonisches Desaster an, den Einsturz der Tacoma Narrow Bridge im US-Bundesstaat Washington am 7. November 1940. Die ins Schlingern geratene Brücke und ihr Einsturz wurden von einem Kamerateam gefilmt. Brehm verdichtet ein Super-8 Fragment dieser Aufnahmen durch seine Bearbeitung und die Konfrontation mit anderem Materialien zu einem Gleichnis von “Sex und Gewalt” und Leben und Tod

(Gottfried Schlemmer)


b)
Perfekt-2, aus found footage-Material montiert, fragmentiert Körper, Film. Arbeit zu einer funktionstüchtigen "Leichenpumpe". Kino als Ort, der die Zeit durchlässig macht, die Dinge ihrer Vergänglichkeit preisgibt. Der Untergrund wird schwankend, die Dichte der Außen- und Innenhäute aufgerieben. Dazwischen immer wieder ein Bild von einer Brücke, die bedrohlich an Stabilität einbüßt. Einmal klingelt ein Telefon. Die Räder des Kinos proben die "Kampfansage".

(Diagonale Katalog)

Ein Film von:
- Dietmar Brehm

Kategorie:
- Avantgarde/Kunst

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- 16 mm
- 16 mm

Preis: 160 EUR

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Verleihbedingungen

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