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YOAKE a chewing gum story
AT / 2002
14 min.

Yoake handelt von der menschlichen Wahrnehmung. In diesem Fall genauer: von den Grenzen ihrer Mitteilbarkeit. Und so kommt es, dass jene Mann-Frau-Begegnung, die im Zentrum des Films steht, nur flüchtig bleibt. Zu sehr unterscheiden sich die Welt-Sicht des japanischen Bankers, der auf Geschäftsreise in Wien ist und die seiner Jugendbekannten, die inzwischen hier Musik studiert. Während die Frau dabei ist, Wien zu erleben, versucht sich der Mann an der touristischen (also materiellen) Aneignung, kauft Souvenirs oder schießt Fotos von sehenswerten Gebäuden.

Einen Nachmittag, einen Abend und eine Nacht ziehen die beiden durch die Stadt – er förmlich in Anzug und Krawatte, sie aufgedreht mit knallroter Wollmütze – sprechen von früher, von der Fremde und davon was Heimat eigentlich bedeutet, nur um am Ende des nostalgischen Zusammenseins einzusehen, dass auch die Vertrautheit vergangen ist.

Zumbühl inszeniert das verdoppelte ”Fremdsein” (gegenüber dem Ort und gegenüber dem anderen Menschen) mit viel Gefühl für Raum und Körper: dominierende Einstellung ist die Halbnahe, die oft nur einen kleinen, in der Gehbewegung verwackelten Ausschnitt von Wien sichtbar werden lässt.
Der Eindruck einer ”Einsamkeit zu zweit” ist wiederum getragen von der Tatsache, dass die Landsleute selten in der gleichen Einstellung zu sehen sind. Jeder scheint durch sein eigenes Wien zu gehen.
Erst am Schluss gelingt den beiden noch ein Stück gemeinsamer Wien-Wahrnehmung: Frau und Mann stehen dicht beieinander, jeder hat eine Kopfhörer-Hälfte des Walkmans. Während ein japanischer Schlager erklingt, betrachten beide die Morgendämmerung über der Stadt. – ”Yoake” bedeutet übrigens so viel wie ”Licht der aufgehenden Sonne” und ist ein überzeugender Beinahe-Liebesfilm. (Maya McKechneay)

Ein Film von:
- Roland Zumbühl

Kategorie:
- Kurzspielfilm

Orig.Spr.:
- Japanisch

Available Prints:
- 35 mm

Preis: 56 EUR

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