Online-Katalog / Dietmar Brehm :

Selektion
AT / 2006
4 min.

Aus den Trailern zu deutschen Sexfilmen der späten sechziger und frühen siebziger Jahre montiert Dietmar Brehm in Selektion eine kurze Studie über die Scham und das Auge. Zu Beginn und gegen Ende blättert eine Person durch ein Fotoalbum, in ähnlicher Weise blättert auch Brehm durch seine filmischen Fundstücke.
Das Geschlechterverhältnis scheint eindeutig bestimmt, dies erweist sich aber als Trugschluss. In die Abfolge von Bildern männlicher Dominanz über den gefügigen oder gefügig gemachten Frauenkörper ist eine subversive Geschichte weiblicher Selbstermächtigung eingeschrieben. Mit der Nacktheit der Frauen korrespondieren die komischen Maskierungen und Requisiten der Männer, auf die eine Frau mit einem grotesken Hammer reagiert, mit dem sie einem Peiniger auflauert. Brehm bricht das Begehren in einer Montage, die eher an Slapstick erinnert als an Pornographie; ins Leere grapschende Hände, eine phallische Lampe, eine enorme Hirschtrophäe über dem Haupt eines Mannes. Die lautlosen Schreie der Frauen (sie sind durch einen Sinuston überlagert, den Brehm über die vier Minuten von Selektion durchhält) verhallen nicht ungehört. Sie eröffnen einen anderen Raum, in dem lesbische Sexualität und erotische Selbstbezüglichkeit möglich sind. Die Verschränkung von männlicher Gewalt und weiblicher Autonomie wird sinnfällig im Schlussbild einer nackten Frau in einer Hängematte sie wirkt gefesselt und frei zugleich.

(Bert Rebhandl)


In der humoristisch angelegten found footage Konstruktion Selektion sieht man Männer, die Frauen bedrohen.
Das Filmmaterial fand ich im Keller des ehemaligen Movie-Center-Wien. Auf einer 16mm Filmrolle waren zahlreiche Trailer deutscher Sexfilme der späten 60er und frühen 70er Jahre gesammelt.

"Selektion ist ein schöner Film!"
"Ist Selektion ein schöner Film?"
(Dietmar Brehm)

Ein Film von:
- Dietmar Brehm

Kategorie:
- Avantgarde/Kunst

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- 16 mm

Preis: 30 EUR

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Verleihbedingungen

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