Online-Katalog / Manuel Knapp :

Distorted Areas~0.1
AT / 2008
4 min.

Das Material ist mit Hilfe einer Echtzeitsoftware entstanden. Sowohl die Programmierung der Texturen und Parameter als auch die Abtastung mit der Kamera fand in den Grenzbereichen der Software und der Elektronik statt, wodurch sich eine Reihe von Verzerrungen, Störungen und Verfremdungen der ursprünglichen 3D-Effekte ergaben. Der Sound hingegen basiert of analog noise (input / no input) erzeugt vom Rauschen von Tonbandmaschinen.
Der Random-Aspekt spielt dabei - wie schon in früheren Arbeiten - eine Rolle.

(Manuel Knapp)


Das Videobild von distorted areas~ arbeitet aus einer Ästhetik, die der Logik der Gerichtetheit, also der Nützlichkeit von informationstechnischen Tools, hier eines Softwaremoduls zur Implementierung bestimmter Renderingeffekte bei der 3D-Computergrafik, zuwiderläuft, sie maximal stört. Der Gebrauch wird absichtsvoll gegen seine vorgesehene Funktion verkehrt, das "sinnvolle" graphische 3D-Bild in eine völlig entregelte, dislozierte Schwarz- oder Weissfläche mit "sinnlos" oszillierenden Linien und Mustern überführt. Ähnlich der Sound: Aus Rückkoppelung und Effektgerät verweben sich die Geräusche ungerichtet und a-signifikant mit den Bildformationen. Das Video ist Resultat pervertierter Abbildungsverhältnisse. Doch was zu sehen und zu hören ist, was also Bild und Ton "sind", ist die Verzerrung an sich. Man könnte dies auch als Schönheit aus dem Zerfall begreifen.

Ein solches Video lässt sich schwer beschreiben - oder erinnern. Eine Beschreibung impliziert eine Ordnung, die sich aus Systemen und Narrationen bildet. Nun ist aber sowohl die Bestimmung des Softwaremoduls als System gestört, als auch die Potentialität seiner narrativen Darstellung aufgehoben. Man kann Bild und Sound nur als das kennzeichnen, was sie aus ihrer subversiven Vitalität heraus sind: Ereignis. Aber auch Lehrstück in der Evokation von reinen Formen, die zwischen Animation und Zufall ihr schnelles Erscheinen und Verschwinden feiern.

(Marc Ries)


Tief in die Abstraktion wagt sich der Digitalminimalist Manuel Knapp mit distorted areas~0.1, einer Studie der Oberflächen eines elektronischen Schwarzweißbilds: Mit äußerster Präzision ästhetisiert Knapp seine herbeigeführten Bild- und Tonstörungen, das Zucken der Zeilen und das Rauschen der Maschinen. "Ästhetik der Zerstörung" nennt Manuel Knapp selbst das. Eine gewisse Aggression ist Österreichs Bewegungsbildermachern nach wie vor nicht abzusprechen.

(Stefan Grissemann)

Ein Film von:
- Manuel Knapp

Kategorie:
- Experimental

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- Betacam SP PAL

Preis: 30 EUR

Bestellen

Verleihbedingungen

more on Austrian Independent Film & Video Database:
- Credits
- Festival placements
- Texte und Bilder
- Biographie: Manuel Knapp