Online-Katalog / Ulrike Putzer / Severin Fiala :

Elefantenhaut
AT / 2009
34 min.

Elfi arbeitet in einer Druckerei. Am Fließband stapelt sie Prospekte, und wenn die Mutter am Mobiltelefon anruft, muss Elfi schreien, weil die Maschinen so laut laufen. Elfi ist um die Fünfzig und teilt mit der Mutter eine kleine Wohnung in der niederösterreichischen Provinz. Nach Feierabend pflegt sie die alte Frau, die ständig Wünsche und Beschwerden, aber nie ein gutes Wort für die Tochter übrig hat.

Im Lauf der Jahre hat sich Elfi eine Schutzschicht zugelegt, eine Elefantenhaut. Kaum je verzieht sie eine Miene, doch hinter Elfis pragmatischem Auftreten verbirgt sich ein sehnsuchtsvoller Mensch: Heimlich verliebt in einen jüngeren Kollegen folgt sie eines Abends dessen Einladung in die Diskothek "Brooklyn". Dort lässt zwar der Kollege auf sich warten. Dafür zeigt Ricardo, ein bereits stark alkoholisierter Elvis-Imitator Interesse an Elfi. Der Abend nimmt seinen Lauf, und während daheim die Mutter in der Badewanne vergeblich auf die slowakische Pflegehilfe wartet, macht Ricardo Elfi auf dem Disko-Parkplatz ihr Hin- und Hergerissen-Sein, zwischen der Verantwortung für andere und der für das eigene Glück, schmerzhaft bewusst.

Fiala / Putzers Halbstünder fühlt sich streckenweise an wie eine dokumentarische Beobachtung. Man spürt, dass einige der mundartlichen Wortwechsel von den (Laien-)Darstellern improvisiert sind: Elfriede Schatz, die auch im "echten Leben" als Angestellte bei der Druckerei arbeitet, verleiht dem sanftmütigen Stoizismus der Elfi beeindruckende körperliche Präsenz. Begleitet von einer wendigen Handkamera, ist sie das Herz des Films: eine stämmige Frau mit blondierter Dauerwelle. Eine, wie man sie im Laden um die Ecke beim Einkaufen trifft und wohlmöglich gleich wieder vergisst. Elfi jedenfalls vergisst man nicht: In ihrer selbstmitleidslosen Melancholie rührt sie fast zu Tränen. Dabei ist Elefantenhaut kein trauriger Film. Denn das Wichtigste kann Elfi sich stets bewahren: die eigene Integrität und Würde.

(Maya McKechneay)


Elfi lebt am Land und hat Probleme. Sie muss sich um ihre Mutter kümmern, die sich nur von ihr und nicht von der Pflegerin helfen lässt. Sie arbeitet am Fließband in einer Druckerei und ist in einen viel jüngeren Arbeitskollegen verliebt. Er will aber nichts von ihr wissen, auch nicht auf der Firmen-Weihnachtsfeier. Dort tritt Alleinunterhalter Ricardo auf und hinterlässt einen bleibenden Eindruck, besonders bei Elfi. Der Arbeitskollege lädt sie am nächsten Tag zwischen Tür und Angel in die Disko ein.


Elfi freut sich, macht sich für den Abend zurecht. Ihre gehbehinderte Mutter liegt währenddessen in der Badewanne und keppelt, so lange bis es Elfi reicht und sie abhaut. Die Mutter bleibt allein in der Wanne zurück.


In der Disko ist weit und breit kein Arbeitskollege zu sehen. Stattdessen trifft sie Ricardo wieder. Er ist betrunken und macht sich an sie heran. Nicht, dass sie wollte, aber eine Abwechslung, vielleicht keine Angenehme. Eine lange Nacht mit Elvis, Jägermeister und dem Devil in Disguise ...

(Produktionsnotiz)

Ein Film von:
- Ulrike Putzer
- Severin Fiala

Kategorie:
- Kurzspielfilm

Orig.Spr.:
- Deutsch

Available Prints:
- Digital Betacam PAL
- 35 mm

Preis: 136 EUR

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Verleihbedingungen

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