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Die Intrige und die Archenmuscheln
AT / 2010
2 min.

Sex, Drugs and Rock n´Roll. Statt eines hüfteschwingenden Sängers und aufgedonnerten Backgroundtänzerinnen präsentiert Kurdwin Ayub in ihrem Animationsfilm
Die Intrige und die Archenmuscheln nackte Tatsachen: Ein singender Penis performt auf einer Bühne, Vaginas bewegen sich dazu im Takt der Musik, flattern mit den Schamlippen und umgarnen den Penis-Rockstar. Den Sound dazu liefert der Song "Have Love, will Travel" der Gruppe "The Sonics", die seit den frühen 1960er Jahren mit Liedern wie "The Witch", "Psycho", "Cinderella" oder "He´s Waiting" Erfolge feierten, als Paradebeispiele des Garage-Rock gelten und in den späten 1970ern ein Revival als Garage-Punk-Band erlebten. Ayubs Clay-Animation als Persiflage von Auftritten genau dieser Kultband zu antizipieren, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Die Filmemacherin zeigt lustvoll generelle Performance-Strategien des Rock n´Rolls auf und bringt schonungslos auf den Punkt, was sonst im wahrsten Sinne des Wortes verhüllt ist: eine Hervorkehrung des männlichen, unwiderstehlichen Sexappeals in Form von machoiden Klischees auf der Bühne, unterstützt von weiblichem Groupieverhalten. Als zentrales Motiv des Filmes kann die Textzeile "No matter when, no matter where I´ll be, I´m looking for a woman that´ll satisfy me" verstanden werden. Der nicht ganz jugendfreie Kommentar erinnert dabei an den Claymation-Film Tiger licking Girl´s Butt (2004) der Künstlerin Nathalie Djurberg, die die ZuseherInnen "mit komplementären Themenpaaren wie Macht – Ohnmacht, Fürsorge – Missbrauch, Gewalt – Liebe, Masochismus – Sadismus, Monstrosität – Verletzlichkeit konfrontiert." (Franziska Bruckner)

In Kurwin Ayubs Arbeiten bilden generell die "Beziehungen zwischen Mädchen und Bub einen Mittelpunkt" (Kurdwin Ayub), wobei irritierende Momente bzw. verdrehte Klischees eine entscheidende Rolle spielen. Dies geschieht ebenso bei Die Intrige und die Archenmuscheln, indem die Bühnenshow ein gewaltvolles, jähes Ende findet. Anders als zu erwarten, koitiert der Plastilin-Penis nicht mit den sich ihm darbietenden Vaginas, sondern beginnt diese abzuschlachten und zu verschlingen. Ein bitterböses Ende also eines wunderbar ironischen Musikvideos. (Peter Panter)

"No matter when, no matter where I´ll be, I´m looking for a woman that will satisfy me." Ein Penis gibt einen Kulthit der Sonics, schwingt die "Hüften" und schart eine Gruppe Vaginas um sich. In alter Groupie-Manier suchen sie die Nähe zum Gesangs-Ass, doch alles kommt ganz anders.

Ein Film von:
- Kurdwin Ayub

Kategorie:
- Animation/Plastilin

Orig.Spr.:
- Kein Dialog

Available Prints:
- HDCAM

Preis: 30 EUR

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Verleihbedingungen

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