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Fahrtwind - Aufzeichnungen einer Reisenden
AT / 2013
82 min.

Die beiden Füße, die zu Beginn im Badewasser spielen, sind das Leitmotiv dieser Fahrt ins Blaue. Sie haben Lust auf Fahrtwind und Meer! Also macht die Reisende sich auf. Die Donau bringt sie auf einem Frachtschiff zunächst nach Bulgarien, dann fährt sie mit den verschiedensten Transportmitteln durch Rumänien, in die Ukraine, nach Georgien, Aserbaidschan und schließlich nach Kasachstan. Am Ende der Reise kommt sie mit einem eingegipsten Fuß aber ungebrochen nach Wien zurück als ob die Füße erst ruhig gestellt werden müssten, bevor die Reise enden kann.
Ein Reisefilm, bei dem die Augen (die Kamera) nicht genug bekommen vom Unterwegssein, von in ihrer Mannigfaltigkeit flirrenden Impressionen, von fast ehrfurchtsvollen Eindrücken atemberaubender Landschaften, von dem Hin und Her des Straßenlebens und vor allem von der Vielfalt der Bewegungen, der Emotionen und des Minenspiels in den Gesichtern der Menschen.
Die Tonebene unternimmt mit einer subtilen Montage aus Raumton, Stimmen und a capella gesungenen Liedern ihre eigenen Reise - nie lippensynchron. Ein Stummfilm zum Hören, ein Film mit Bildern und Tönen, die unabhängig von einander zu operieren scheinen. Der Film wirkt gerade durch das, was er Genre untypisch nicht liefert, federleicht lebendig und Luft und Atmosphäre durchatmet. Er funktioniert ohne Interviews, ohne historische oder zeitaktuelle Informationen, ohne Zahlen oder gesellschaftskritische Bemerkungen.
Der Weg führt über Berge und Meere, durch Großstädte und Wüstenlandschaften, in ein Kloster, eine Romasiedlung, vorbei an Tanzenden in Odessa und schnarchenden Männern in einer Kajüte, der alltäglichen Schwerarbeit in einem kaukasischen Bergdorf, in die Welt der Reichen und die Häuser der Armen, um in einer kasachischen Wohnung zur erzwungenen Ruhe zu kommen. Ein buntes Mosaik aus Lebensfreude, Neugier und dem Vertrauen darauf, dass alles was kommt, willkommen ist.
(Birgit Flos)


Das Ziel von Fahrtwind ist es, sich auf den „ersten Blick“ in die Welt zu verlieben.
Es ist überflüssig zu sagen, dass jeder Moment nur einen Moment lang existiert. Aber das ist es, was mir auf meiner Reise jedes Mal bewusst geworden ist, wenn ich Bilder oder Töne aufgenommen habe. Man kann nicht schnell oder lange genug schauen, um nicht die meisten dieser Momente zu versäumen. Das sind keine besonderen Momente, doch sie sind schön in ihrer Einzigartigkeit. Es ist, als würde man mit einem Schmetterlingsnetz herumlaufen. 24 Impulse von alltäglichem Licht, die sich pro Sekunde in das Gedächtnis des Filmmaterials einbrennen.
Bilder, Töne, Assoziationen, Atmosphären, Sinnlichkeit und Rhythmus tanzen miteinander und erzählen Geschichten. Meine Entscheidung beinahe keinen Text zu verwenden, lädt die ZuschauerInnen dazu ein ihre eigenen Reisen und Erfahrungen zu machen.
(Bernadette Weigel)

Trailer online

Film/Video Online:

Ein Film von:
- Bernadette Weigel

Kategorie:
- Essay

Orig.Spr.:
- Deutsch

Available Prints:
- Bluray
- DCP

Preis: 300 EUR

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