Online-Katalog / Ludwig Wüst :

Das Haus meines Vaters
AT / 2013
65 min.

Das Haus meines Vaters

Ein Mann schläft im Auto. Eine Frau bringt ihm Kaffee. Ludwig Wüsts Spielfilm Das Haus meines Vaters beginnt abrupt und lässt sich Zeit zu erzählen, wie die beiden zueinander stehen, was den Mann und seinen Mercedes in der blühenden Wiese hat stranden lassen und warum er den lachenden Sommer nicht sieht.

Das Haus meines Vaters ist in Realzeit gefilmt, das heißt: Die 65 Minuten gefilmter Zeit entsprechen lückenlos dem Zeitraum, den sie darstellen. Gedreht wurde in langen Einstellungen. Gefühltermaßen gibt es kaum eine Handvoll Schnitte. Und trotzdem ist die Erzählung eine einzige große Ellipse, indem sie eine Vergangenheit umkreist, die nach und nach als Gespenst des Hauses aus dem Titel spürbar wird. Denn Andi ist in das Dorf seiner Kindheit zurückgekehrt, um mit dem Haus des verstorbenen Vaters abzuschließen – und mit allem, was sich darin abgespielt hat.
Die ruhige Handkamera zeigt die Autofahrt von Mann und Frau, den Gang durch die niedrigen, staubbedeckten Räume und das Gespräch auf der Terrasse. Dabei scheint das Bild zu atmen, wie eine zusätzliche, unbenannte Präsenz: Vielleicht lauert hier die alte Liebe der beiden, vielleicht ein Alptraum aus Andis Jugend. Martina Spitzer und Nenas Smigoc improvisieren nach einem Drehbuch von Ludwig Wüst. Ihre Körper und Blicke erzählen von zwei Wahrnehmungen, die sich auch auf engstem Raum nicht treffen: Die der Frau, deren Verliebtheit nach Jahrzehnten noch in der Hoffnung auf Fortsetzung lebt. Und die des Mannes, der viel zu sehr mit den eigenen Wunden befangen ist, um auf ihre sehnsuchtsvolle Nostalgie zu reagieren.

Das Haus meines Vaters ist ein Melo ohne Drama – und gerade deshalb so intensiv. Wüsts Film kommt mit wenig aus: wenigen Orten, wenigen Darstellern, wahrscheinlich auch mit wenig Geld. Doch von Zurückweisung und verpassten Gelegenheiten erzählt er so präzise, dass man eigene Erinnerungen zu spüren meint. Denn natürlich kennen wir alle diesen schönsten Tag des Sommers, der alles verspricht … und mit Tränen endet. (Maya McKechneay)

-> website
-> Trailer



Ein Film von:
- Ludwig Wüst

Kategorie:
- Fiktion

Orig.Spr.:
- Deutsch

Available Prints:
- DCP 2K

Preis: 300 EUR

Bestellen

Verleihbedingungen

more on Austrian Independent Film & Video Database:
- Credits
- Festival placements
- Texte und Bilder
- Biographie: Ludwig Wüst

Film/Video Online:
flimmit.com
Nur zum privatem Gebrauch