Online-Katalog / Gudrun Krebitz :

Achill
AT / DE / 2012
9 min.

Achill

In Achill verlässt eine Künstlerin ihre Welt der Unschärfe, um einen Mann zu treffen. Er ist ein Held, er ist schön – er ist auch jemand, der sich als ein anderer vor tut. Er erscheint auf der Bildfläche: `Im flüchtigen Wahrnehmen und im blinden Rausch liegt das ganze Glück.´ Sie weiß noch nicht, wie es sich verhält. Also Schluss mit dieser Beobachterhaltung: sie versucht zu kommunizieren. In Achill tritt eine Frau aus ihrer Welt, um einen Mann zu treffen. Die Begegnung verläuft desillusionierend, die Frau zieht sich am Ende wieder zurück. Sie ist Künstlerin, she animates films. Der Film, den sie gerade animiert, ist ein Film über diese Begegnung und darüber, wie Schärfe und Unschärfe einander ausschließende Bewusstseinszustände sind.

Dafür greift Gudrun Krebitz in die Trickkiste und bietet alles auf, was ihre Kunst ausmacht: sie bemalt Gesichter, sie bewegt Zeichnungen, Schrift tanzt über das Bild, Edelsteine glänzen, Stimmen sprechen aus dem Off, auch auf Englisch. Und während das Bild ganz und gar dem Thema Unschärfe nachspürt, legt sich das Sounddesign – von Marian Mentrup – wie ein gläsernes Skelett über diese Geschichte, gibt ihr Struktur, macht sie erzähl– und hörbar. So entsteht ein Strom von Assoziationen, von kunstvoll miteinander verwobenen Anspielungen, die die Wahrnehmungs– und Erlebniswelt der Frau darstellen. Bild und Sprache deuten nur an. Die Schrift purzelt hektisch von einer Seite zur nächsten, die Stimmen sprechen mehr in sich hinein als dass sie verstanden werden wollen. Der Wust an Worten ist mythisch und unterstreicht den Reigen bewusst gesetzter visueller Störungen. Was wir vorfinden ist kein Rätsel, sondern vielmehr allgemeine Anspannung und Spannung, im Rhythmus der Musik. Krebitz animiert Räume der Verinnerlichung und der Intuition. In diesen Räumen der Unschärfe und Undeutlichkeit kreiert so etwas wie eine neue Klarheit.

(Sylvia Szely)


Es sind alles Erinnerungen. An ihn, an die erste Begegnung, an den Schmerz der Trennung. Vieles hat weh getan, vieles sie geprägt. Doch sie will all dies nicht missen. Denn es sind die kleinen Momente, die das Große des Lebens aufmachen. Was Gudrun Krebitz in ACHILL gelingt, ist eine kunstvolle Collage aus verschiedenen Eindrücken und auch Stilmitteln. Krebitz arbeitet mit Stop Motion, mit Hintergrundgeräuschen im Off, mit Grafiken und Fotografien. Seine besondere Komplexität und einen zusätzlichen visuellen Reiz gewinnt der Film durch die Verfremdung seines filmischen Materials und die kunstvolle Verschachtelung der einzelnen Ebenen. Dazwischen immer wieder die Bilder einer Frau, die ihren Weg geht. Unbeirrt und doch bereit, jeder Gabelung zu folgen. Mit ACHILL ist der Künstlerin Gudrun Krebitz ein wunderschöner Film gelungen, der sowohl in Form als auch Inhalt experimentiert und spielt. Und der den Zuschauer bewegt.

(Pressetext - FBW (Deutsche Film- und Medienbewertung), 2012)

Ein Film von:
- Gudrun Krebitz

Kategorie:
- Animation

Orig.Spr.:
- Deutsch/Englisch

Available Prints:
- HDCAM

Preis: 36 EUR

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Verleihbedingungen

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