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Spaziergang nach Syrakus
AT / DE / CH / 1993
65 min.

Spaziergang nach Syrakus ist ein Film-Essay über eine Wanderung auf den Spuren von Johann Gottfried Seumes Reisebericht von 1802. Entstanden im vielmonatigen Gehen - von der Schweizer Grenze bis Sizilien, im Gepäck die Kamera, ein Buch und das Gedächtnis -, ist Spaziergang nach Syrakus ein Film über das Allgemeine und das Besondere von Reisen geworden, in denen man hofft, dem Unerwarteten zu begegnen.
Kein einfaches filmisches Tagebuch, sondern ein Destillat aus Eindrücken und gesammeltem Material, das Chronologie und geographische Ordnung immer wieder assoziativ durchbricht. Aus dem Winter in den Sommer, aus Sizilien in den Norden in einem Schnitt. Kino im Zusammenspiel von literarischem Kommentar, Montage und musikalischem Ton.


Nicht das Gehen selbst, nicht die Anstrengungen und Trivialitäten, die damit verbunden sind, stehen im Mittelpunkt des Films (Lutz Leonhardt & Constantin Wulff erscheinen nie vor der Kamera), vielmehr die Effekte und die Erfahrung der besonderen Bewegungsweise: das Nur-Kurz-Verweilen-Können, das Prozeßhafte des Unternehmens.


Ein Spaziergang, 2000 Kilometer und vier Produktionsjahre lang. Eine Passage durch Verschwiegenes, durch Literaturgeschichte, durch die Hoffnungen auf Wandel und Freiheit, die das Reisen bereithält, durch Alltagsmomente auf der Straße. Spaziergang nach Syrakus rekonstruiert das Reisen als epische Erfahrung, gestaltet aus der Kindheit des Denkens: und das heißt hier nicht "Naivität", sondern Offenheit für das Ereignis. Für die Spontaneität der Kinder etwa, zu deren Komplizen sich die Kamera macht, wenn sie sich an einem Versteckspiel beteiligt. Oder für ein Lied von der Madonna und den Engeln, das eine bezaubernde alte Frau in ihrem Garten singt: eingefangenes Freies.

(Robert Weixlbaumer)


Eine Reise durch Italien. Zu Fuß von der schweizerisch-italienischen Grenze bis hinunter nach Sizilien in sieben Monaten. Im Rucksack Kamera und Tonband - und die Reisebeschreibung "Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802" des deutschen Schriftstellers Johann Gottfried Seume. Ein filmischer Essay über das Reisen, den Süden und arkadische Sehnsüchte; über den italienischen Alltag im Jahr der Fußballweltmeisterschaft und des Todes Alberto Moravias; über den italienischen Regen und die römische Nacht; über die Landschaften der Kindheit und über den Umstand, warum das einzig Exotische in Italien immer der Fremde ist.

(Diagonale Katalog, 1993)


Auch wir in Arkadien: Constantin Wulff und Lutz Leonhardt als kinematographische Peripatetiker auf den Spuren des Dichters Seume: Ihre Reisebilder, montiert zu einer Art Essayfilm, suchen das alte Italien im neuen und finden es am Straßenrand, bei einem Kilometersteinmaler.

(Bert Rebhandl)


"Wo beginnt eigentlich der Süden? Was war das für eine Idee, daß es irgendwo eine Grenze gab, deren Überquerung dem Reisenden Veränderung und Neues versprach? Las man die Berichte der früheren Italienreisenden, so fiel auf, daß ihre Vorstellungen vom Süden stets mit den Bildern vergangener Größe zusammenfielen."

(Christian Wulff)

Ein Film von:
- Constantin Wulff
- Lutz Leonhardt

Kategorie:
- Dokumentarfilm

Orig.Spr.:
- Deutsch

Available Prints:
- 16 mm
- 16 mm

Preis: 300 EUR

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Verleihbedingungen

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