046

Dóra Maurer

Thinking in Proportions

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Dóra Maurer hat einmal gesagt, das zentrale Thema ihrer Arbeit sei "Bewegung bzw. die konzeptuelle und faktische Auswirkung von Verschiebungen". Bewegung und Verschiebung, so belegt es ihr umfangreiches Oeuvre seit Ende der 1960er-Jahre, sind dabei stets auf Systemhaftigkeit und Strukturalität bezogen. Das Ausgehen von einer bestimmten, zuvor festgelegten Systematik und das anschließende Feststellen von unvorhergesehenen Abweichungen und Brüchen – dieses Doppel charakterisiert den Prozess, den Maurer auf vielfältige Weise von ihren frühen grafischen Arbeiten über die von ihr so bezeichneten Verschiebungen bis hin zu den aus der Raummalerei entwickelten "Quasi-Bildern" der 1980er- und 90er-Jahre realisiert hat.
In die Auseinandersetzung mit Struktur und der ihr innewohnenden Variabilität passen auch Maurers Filmarbeiten, die sie seit 1973 in loser Abfolge produziert hat. Anfangs noch ganz dem Konzept der Wiederholbarkeit bzw. Messbarkeit von Bewegung verpflichtet, gehen die Filme in Folge immer mehr in Richtung einer konzeptuellen Bildbefragung, wobei diese eng an Momente der Körper-, Bewegungs- und Raumfragmentierung geknüpft ist. Die "Systeme", die dabei zum Einsatz kommen, reichen von scheinbar simplen Alltagshandlungen (etwa dem Lesen eines Buches) bis hin zu hochgradig abstrakten Bildfolgen (zum Beispiel dem ausschließlichen Einsatz monochromer Farbflächen). Diese Bandbreite deutet bereits darauf hin, dass Maurers methodisches Vorgehen durchaus universell angelegt ist, wiewohl sie dies nie explizit auf Formen politischer oder sozialer Systemhaftigkeit umlegt. Und doch geht es implizit – und damit vielleicht unbewusst auf umso dringlichere Weise – um Möglichkeiten des "Austritts aus dem System", wie die Kunsthistorikerin Judit Király festgehalten hat. (Christian Höller)

Booklet
Biographie

1955 - 61 Hochschule für Bildende Kunst Budapest (Grafik). 1967 Arbeitsstipendium für Wien. Seither lebt und arbeitet sie in Wien und Budapest und stellt als Grafikerin und Malerin aus; diverse Auszeichnungen für grafische Arbeit. Ab 1973 Organisation internationaler Austellungen und Filmvorführungen. 1987 österreichisches Staatsstipendium für bildende Kunst. 1989 österreichisches Arbeitsstipendium für Film. Nach Lehrtätigkeit in intermedialen Freischulen in Ungarn erhält sie 1987 eine Gastprofessur (audiovisueller Kurs) an der Hochschule für angewandte Kunst in Budapest sowie 1990 eine eigene interdisziplinäre Malklasse an der Akademie für Bildende Kunst ebendort. Mitglied der Austria Filmmakers Cooperative, des Verbandes bildender Künstler Ungarns, Senior des Béla-Balázs-Studios Budapest.

doramaurer.com

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Inhalt
2
Relatv Lengések / Relative schwingungen
1973
10 min
3
1973
10 min
4
Arányok / Proportionen
1979
10 min
5
Triolák / Triolets
1980
11 min
6
1980
10 min
7
1989
17 min

Bonustracks

Gesamtspieldauer: 108 min
Extra DVD: 24-seitige zweisprachige Broschüre Deutsch-Englisch