Maybes

Maybes is a reconstruction, the replica of a complex emotional world made of desire and aggression: a teen film. Director and screenwriter Florian Pochlatko explores the agonies of adolescence and the rage and frustration caused by being dissatisfied with oneself. At the same time he produces something like a catalogue of the sensory experiences involved with becoming an adult, showing binge drinking and masturbation, telling us about exchanged glances and jealousy, martial drill in gym class, dressing up and the desire to destroy things, pigheadedness and deep-seated anger, a latent death wish and the rush of speed. In starkly contrasting juxtapositions of snapshots depicting moments in a group of school kids’ daily lives, Pochlatko penetrates deep into his protagonists’ social environment, capturing the semisecret signals of their erotic ambitions in detail with equal meticulousness as for the deadly seriousness of the games they play in relationships, which will surely lead to proxy wars or resignation. The improvised dialogues depict the richness of the jargon employed in the biotope Maybes explores. The camera, rather than maintaining a distance from the characters, instead moves through all the battlegrounds of youth as if it were one of them. This would not be possible without a few clichés, but the confidence that can be sensed in the film’s tone is surprising. The girls are bitches to one another and listen to singer Nena while the boys lash out, devoting their time to the idiocy they have chosen for themselves and Death Metal. The parents are absent or indisposed. Everyone puts themselves at risk. Maybes is a film about the feeling of alienation in one’s own existence, the horrors of disillusionment that manifest themselves between childhood and adulthood. The smell of teen spirit is overpowering.
(Stefan Grissemann)
Translation: Steve Wilder

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Interview auf OE1 mit Florian Pochlatko (Interview)

Florian Pochlatko, Filmregie

Für seinen Film mit Jugendlichen "Erdbeerland" erhielt Florian Pochlatko den Österreichischen Filmpreis 2014 für besten Kurzfilm. Der 27-Jährige studiert Regie bei Michael Haneke an der Wiener Filmakademie.

Geboren:
1986 in Graz

Aktuelles Studium:
Regie, bei Michael Haneke, Filmakademie Wien

Mein größter Erfolg:

Österreichischer Filmpreis 2014, Diagonale-Preis für den Besten Kurzspielfilm und Preis für die beste Regie am Internationalen Studentenfilmfestival der Filmakademie Wien.

Was ist Kunst?

Die NASA Sonde Voyager 2, die wir wetterfest für die interstellaren Gezeiten und bestückt mit einer goldenen Schallplatte voll mit Musik aus allen Kulturen der Welt, in den Kosmos schießen, in der Hoffnung, dass sie irgendwann in 100.000 Jahren von einer anderen Spezies gefunden wird und diese der eingravierten Karte zurück bis in unser Sonnensystem folgt.

Kunst sind die Götter, von denen wir uns wünschen, dass sie uns erhören und die Kirchen, die wir für sie bauen. Ein in der Wut zerknödeltes Bild oder ein flüchtig auf einen 10 Rupie-Schein gekritzeltes „I love you“. Kunst ist die Ahnung einer Gegenwelt. Eine Sehnsucht nach dem Unbeschreiblichen. Der Wunsch zu kommunizieren. Das Pech sich selbst verstehen zu wollen. Der Versuch einen Film aus der Perspektive eines Fisches zu drehen und die winzig kleinen schönen Dinge im Leben. Das Glück und Dilemma sich zu Reflektieren. Ich glaub es ist etwas zutiefst Menschliches. Ich glaub es ist etwas sehr Kompliziertes.

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

In meinem familiären Umfeld wurde ich nicht dazu gezwungen einen anderen Weg einzuschlagen als den, den ich mir selber aussuchte. Dafür bin ich ehrlich gesagt sehr dankbar. Bei mir zu Hause ist gottseidank nie zur Debatte gestanden, was ich einmal machen will oder soll. Aber es war witziger Weise immer der Drang da mich in irgendeiner Form künstlerisch auszudrücken.

Warum, das weiß ich leider nicht genau. In der Schule ist dieser Hang unterschiedlich aufgefasst und bewertet worden. Von "geistig behindert" bis hin zu "künstlerisch talentiert" waren alle Atteste dabei. Da ist es eher naheliegend, dass man sich mehr in die Richtung bewegt, in der man nicht als behindert, sondern für talentiert befunden wird und so bin ich auf der Kunstschule gelandet.

Kommt Kunst von können, müssen oder wollen?

Würde Kunst von Wollen kommen, müsste es ja Wulst heißen, sagt Karl Valentin. Und Qualität kommt von Qual, sagt Matthias Jäger.

Ich weiß noch nicht genau, was ich sage, aber ich denke, dass es sich um eine Mischung all dieser Dinge handelt. Ich glaube viele Künstler sind sehr getriebene Wesen, die nicht eher Ruhe geben bis sie ihre Arbeit in einer wie auch immer gearteten Form zu einer gewissen Perfektion und Raffinesse bringen. Also Wollen Müssen Können zugleich oder in der Reihenfolge hintereinander.

Wo würden Sie am liebsten arbeiten?

Am liebsten daheim und überall und immer ein bisschen etwas anderes.

Mit wem würden Sie gerne zusammen arbeiten?

Mit Menschen, die ich für ihre Arbeit verehre und schätze. Am liebsten mit Menschen, die nicht nur Arbeitskollegen sind, sondern vielmehr Verbündete, die sich gegenseitig unterstützen und eine gemeinsame Vision verfolgen. So das man irgendwie gemeinsam ein wildes Piratenschiff ist.

Wie viel Markt verträgt die Kunst?

Ich glaube im Idealfall ist es ein symbiotisches Verhältnis zwischen Markt und Kunst, in dem sich beide gegenseitig befeuern. Viele künstlerische und kreative Innovationen werden im Probierraum der Kunst geschaffen und diese werden dann für guten Kommerz von marktorientierten Vorhaben abgerufen. Im Gegenzug dazu muss aber der künstlerische Probierraum durch den kommerziellen Part gewährleistet werden.

Wofür würden Sie Ihr letztes Geld ausgeben?

In dem Moment in dem ich das erste Mal durch ein eigenes Projekt so richtig vollpleite war und draufgekommen bin, dass ich buchstäblich nur mehr die 2 Euro in der Hosentasche habe, weil alles für einen Film draufgegangen ist, bin ich auf den Nachmarkt gegangen und hab mir um die 2 Euro eine Auster gekauft. Die war dann extrem gut, aber danach hat eine eher schwierigere Zeit angefangen.
Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Wahrscheinlich irgendwo, wo ich mir niemals erwartet hätte hinzukommen. Hoffentlich im positiven Sinne.

Haben Sie einen Plan B?

Plan A geht meistens nicht so auf, wie man sich das wünscht und oft ist Plan B eh der bessere und manchmal auch Plan C oder D.

Wann und wo sind Sie das letzte Mal unangenehm aufgefallen?

Ich hab auf der Vienna Independent Shorts Eröffnung auf die Tanzfläche im Gartenbaufoyer gespieben. Aber das ist schon länger her.

Wollen Sie die Welt verändern?

Ich glaub schon. Und wenn’s nur meine eigene ist.

https://oe1.orf.at/artikel/368543
Orig. Title
Erdbeerland
Year
2012
Country
Austria
Duration
32 min
Category
Short fiction
Orig. Language
german
Subtitles
english
Credits
Director
Florian Pochlatko
Script
Florian Pochlatko
Cinematography
Serafin Spitzer
Camera Assistant
David Wagner, Jakob Fuhr, Sebastian Thaler, Gabriel Krajanek, Anselm Hartmann, Ralf Woltron
Sound
Simon Spitzer
Editing
Roland Stöttinger
Sound Design
Christian Obermayr
Sound Assistant
Lukas Allmair, Gerd Jochum
Sound Editing
Tobias Bilz, Florian Pochlatko, Tobias Bilz
Dramatic Advice
Ulrike Putzer
Compositing
David Teichert, Roland Stöttinger
Colour Correction
Kurt Hennrich
Actor/Actress
Michael Lackner, Kaja Zitter, Hans "Waterloo" Kreuzmayr, Werner Herzog, Raphael Gruber, Patrick Nistelberger, David Valentek, Sophie Derntl, Daniel Fadinger, Patrick Fadinger, Resi Reiner, Margarete Thiesel, Juliette Eröd, Martina Zinner
Art Direction
Kathrin Kemp, Dominique Wiesbauer
Lighting
Serafin Spitzer, Anselm Hartmann, Matthias Halibrand
Costumes
Veronika Harb
Props
Dominique Wiesbauer, Kathrin Kemp
Production
Filmakademie Wien
Executive Producer
Florian Pochlatko
Production Manager
Bernadette Pausackl
Production Manager
Florian Heusgen
Assistant Director
Simon Spitzer
Supported by
Susanna Schubert-Lustig, Wien Kultur, Verein der Freunde der Filmakademie Wien, VAM, Cine Styria, Land Niederösterreich, bm:ukk, Francis Lustig
Available Formats
Digital File (prores, h264)
DCP 2K flat (Distribution Copy)
Aspect Ratio
16:9
Sound Format
stereo
Frame Rate
25 fps
Color Format
colour
Festivals (Selection)
2012
Viennale - Vienna Int. Film Festival
Wels - YOUKI Youth Media Festival
2013
Angers - Premiers Plans
Graz - Diagonale, Festival des österreichischen Films (Best Short Fiction)
Wien - FAK Int. Studenten Film Festival (Golden Bobby Best Director)
Prishtina - PriFilmFest
Lviv - Wiz-Art International Short Film Festival (Main Award)
Kitzbühel Filmfestival
Kaunas Int. Film Festival
Köln - Unlimited Kurzfilmfestival
Cork - Int. Film Festival
Lima - Peru Int. Short Film Festival
Istanbul - Int. Short Film Festival
Austrian Film Academy Awards (Best Austrian Short 2013)