Online-Katalog / Peter Kubelka :

Unsere Afrikareise
AT / 1966
13 min.

Obwohl Kubelkas Hang zur Subversion bekannt war, beauftragte ihn eine Reisegruppe, ihre Afrikasafari zu dokumentieren. Kubelka arbeitete fünf Jahre lang an der unglaublich exakten Bild- und Tonmontage von Unsere Afrikareise. Der Film stellt seine Geldgeber als wichtigtuerische, geistlose und grausame Eindringlinge bloß und zeigt dagegen deutliche Sympathien für die afrikanischen Stammesangehörigen und die heimische Tierwelt. Anders als in Mosaik im Vertrauen ist das Gesprochene hier nicht lippensynchron.
Jeder Augenblick ist, in Kubelkas Worten, ein "Synchronereignis", entstanden aus dem Zusammenprall von Bildern und Tönen, die während der Safari aufgenommen wurden.

(P. Adams Sitney)


Eine Auftragsarbeit: Peter Kubelka sollte die Afrika-Safari einer österreichischen Reisegruppe filmisch dokumentieren. Kubelka aber verwendet die vor Ort entstandenen Aufnahmen – oft amateurhaft mit wackeliger Kamera erstellt – als bloßes Material. Ähnlich wie schon der sowjetische Filmemacher Dziga Vertov setzt er der dokumentarischen Inszenierung eine präzise, verdichtende Bild/Ton-Montage entgegen, die jegliche Erwartungshaltung unterläuft. So treffen die banalen und zynischen Kommentare der Safari-Teilnehmer hart und ungeschönt auf Bilder, die traditionell lebende Afrikaner oder erlegte Wildtiere zeigen: Elefanten mit der bloßen Hand erwürgen, heißt es da einmal, und auf das Bild eines geschlachteten Tieres folgt unmittelbar das zweier Touristen, die unbeholfen in ihren Safari-Anzügen im Fluss waten. Der Film ergreift Partei ohne kommentierende Tonspur; allein das Zusammenspiel von Bild und Ton, das eigentlich ein scharfes Gegenspiel darstellt und den O-Ton als entlarvendes Mittel einsetzt, erzeugt die schauerliche Narration.

(Ines Gebetsroither)

Ein Film von:
- Peter Kubelka

Kategorie:
- Avantgarde/Kunst

Orig.Spr.:
- Deutsch

Available Prints:
- 16 mm

Preis: 50 EUR

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Verleihbedingungen

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