Sehtext: Fingergedicht

Von der visuellen Zeichensprache, in dem Fall von der visualisierten Literatur, die mit den Fingern / Händen ausgeführt wird, führt ein Weg zur Körpersprache, die von Körperpartien und Körpergliedern durchgeführt wird. Ein Teil dieser Körpersprache wird durch Körperhaltungen ausgedrückt, doch Körperhaltungen müssen nicht immer Mitteilungen des Befindens des Körpers selbst sein, wie im Falle des körperlichen Schmerzes, wo man sich krümmt. Der Körper kann also dazu benützt werden, sowohl geistige wie körperliche Inhalte mitzuteilen. Der Körper als Informationsträger. Der Mensch ist durch den Körper in die soziale Struktur eingepasst.
(VALIE EXPORT)

Das kurze Band zeigt Valie Exports Halbfigur von vorne, die mit beiden Händen verschiedene Zeichen formt und über die Dauer des Bandes aneinanderreiht. Es handelt sich dabei um reine Zeichensprache der Finger und Hände, ein Gedicht ohne Worte und ohne Bewegungen der Lippen. Am Ende steht dann folgender Text zu lesen, der – frei nach dem Philosophen Martin Heidegger – einen möglichen, theoretischen Bezugsrahmen ins Spiel bringt: »Ich sage die Zeige mit den Zeichen der Sage.«
(medienkunstnetz.de)

Orig. Titel
Sehtext: Fingergedicht
Jahr
1973
Land
Österreich
Länge
2 min
Regie
VALIE EXPORT
Kategorie
Avantgarde/Kunst
Orig. Sprache
Kein Dialog
Credits
Regie
VALIE EXPORT
Verfügbare Formate
Digital File (prores, h264) (Distributionskopie)