Schneemann

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"Das bin ich": Antonia, eine unproportionale, unfertig wirkende Holzfigur. Antonia, eine junge Frau vor dem Spiegel – Proportionen begutachtend, in die Rolle der Mitbewohnerin schlüpfend, sich vorstellend, wie es ist jemand anderer zu sein. Unausgereift, mit Rissen versehen, das sind sie beide; die Antonia aus Holz und die „echte“ aus Fleisch und Blut. Antonia, die in den Tag hinein lebt und die vom Vater für sie Geschnitzte - beide fahren mit dem Zug, machen bevor sie zu Hause ankommen, noch Station bei einem jungen Mann – dem Liebhaber. Der Mann hat seinen eigenen Kopf, seine eigenen Ecken und Kanten; der Sex ist unbefriedigend. „Antonia, gibst du mir eine Antwort“, sagt er. Sie hat ihm die Meinung gesagt – als Metapher. Die Sonnenbrille, die sie vor dem Spiegel findet, hat sie mitgenommen.
Es sind Fragmente eines Tages, eines Lebens von denen Leni Gruber in ihrem Kurzspielfilm erzählt - sanft wie eine Sommerbrise, mit der Humorhaftigkeit eines dezenten Lächelns; ein Film, der von der Flüchtigkeit des Seins, vom Werden und vom Vergehen handelt. Dazwischen erkennbar herrscht der Wunsch nach Beständigkeit: etwas zu schaffen, verbunden zu sein mit seiner Umwelt, sei es durch eine Skulptur, in die man sich stellt, durch Freundschaften und Kontakte, die man pflegt, nicht alleine sein, eine Beziehung, deren fester Teil man sein möchte – doch alles fließt. Das Loslassen, es gehört zum Reifen. Etwas, dass man sich erst eingestehen muss - so wie der Mann in dem You-Tube-Video, der von einem Schneemann spricht. In den Mutterleib zurück, da führt kein Weg. In der Welt, da werden wir geformt, verformt und am Ende da (ver)schmelzen auch wir. (Sandra Schäfer)

Weitere Texte

Local Artist Award CROSSING EUROPE (Preis (Auszeichnung))

Jury-Statement
Leni Gruber demonstrates impressive talent in her portrayal of a young woman in search of happiness. The relaxed and sensitive way in which the filmmaker addresses commonplace, but no less serious problems is convincing in both form and content. The desire for stability finds its cinematic expression in SCHNEEMANN, mirroring the anxieties and needs not only of a single person, but also of an entire generation in Europe. (Jury Statement)

Jury-Begründung
Leni Gruber zeigt ein beeindruckendes Talent bei der Inszenierung einer jungen Frau auf ihrer Suche nach Glück. Die lockere und feinfühlige Art, mit der die Filmschaffende ganz alltägliche, dabei nicht weniger schwerwiegende Probleme thematisiert, überzeugt inhaltlich wie formal. Die Sehnsucht nach Stabilität findet in SCHNEEMANN ihre filmische Form und spiegelt dabei nicht nur Ängste und Bedürfnisse einer einzelnen Person, sondern einer ganzen Generation in Europa wieder." (Jurybegründung)
Orig. Titel
Schneemann
Jahr
2018
Land
Österreich
Länge
20 min
Regie
Leni Gruber
Kategorie
Kurzspielfilm
Orig. Sprache
Deutsch
Downloads
Schneemann (Bild)
Schneemann (Bild)
Schneemann (Bild)
Credits
Regie
Leni Gruber
Drehbuch
Leni Gruber
Kamera
Angelika Spangel
Schnitt
Lukas Meissner
Ton
Paul Porenta
Sound Design
Benedikt Palier, Ken Rischard
DarstellerIn
Valentin Postlmayr, Rainer Egger, Katharina Farnleitner
Ausstattung
Milena Czernovsky
Kostüme
Milena Czernovsky
Produktion
Filmakademie Wien
ProduzentIn
Leni Gruber
Verfügbare Formate
DCP 2K
Bildformat
16:9
Tonformat
5.1 surround
Bildfrequenz
25 fps
Farbformat
Farbe
Festivals (Auswahl)
2018
Graz - Diagonale, Festival des Österreichischen Films
Wien - VIS Vienna Shorts
Sarajevo - Int. Film Festival
Cork - IndieCork Film Festival
Linz - Crossing Europe Film Festival (CROSSING EUROPE Award - Local Artist)
Wels - YOUKI Youth Media Festival
2019
Saarbrücken - Filmfestival Max Ophüls Preis
Landhut - Kurzfilmfestival
Nijmegen - Go Short Film Festival
Frankfurt - LICHTER Film Festival