edge of doom

Eine kurze Folge von splitscreens versammelt Frauen in Ausnahmezuständen: aufgerissene Augen, hochgeworfene Arme, Schreie, eckige Augenbrauen, fassungslose Münder, liegend laufend stehend aufspringend. Emotionale Extremmomente, gesucht und gefunden in Stummfilmen der 1920er Jahre. Wut, Empörung, Schmerz, Schrecken, Angst und Abscheu: ein Kaleidoskop prototypischer Affekt-Gesten, freigelegt von allen narrativen Zusammenhängen. Gesichter und Körper. Die Emotionspaare verstärken sich gegenseitig oder reiben sich aneinander. Das Musikstück von Sophie Trudeau, zu dem Michaela Grill ihre Fundstücke wie ein Musikvideo geschnitten hat, stammt aus der Serie der ‚Confinement Songs’, aufgenommen zu Beginn des lockdowns. Die wiederholt ansetzenden musikalischen Spannungsbögen verweigern jegliche Katharsis, und lassen diese doch als Möglichkeit imaginieren. Die frei gelegten Affekte erscheinen als ein noch unstrukturiertes Körperwissen, das sich an der blockierten Handlungsfähigkeit, der pandemischen Überforderung, wie an der unterschwelligen, allgegenwärtigen Nervosität reibt. (Madeleine Bernstorff)

Orig. Titel
edge of doom
Jahr
2020
Länder
Kanada, Österreich
Länge
3 min
Kategorie
Experimental
Orig. Sprache
Kein Dialog
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Credits
Regie
Michaela Grill
Musik
Sophie Trudeau
Produktion
Michaela Grill, Sophie Trudeau
Verfügbare Formate
DCP 2K scope (Distributionskopie)
Bildformat
1:2,39
Tonformat
Stereo
Bildfrequenz
25 fps
Farbformat
Farbe, s/w
Digital File (prores, h264) (Distributionskopie)