Phantom Fremdes Wien

Phantom Fremdes Wien
Phantom Fremdes Wien

Ein taiwanesisches Tanzfest, ein nigerianischer Erntedank, eine türkische Hochzeit, der Staatsfeiertag der Elfenbeinküste, ein thailändisches Neujahr, ein Treffen der Roma, ein Saufgelage unter Tschechen: Nahezu jedes Land, jede Kultur, jede Ethnie ist in einer mitteleuropäischen Großstadt wie Wien vertreten, verfügt über Formen und Konventionen der Zusammenkunft und der Bewahrung von Identität. Die Menschen treffen einander in Kongresshallen und Hinterzimmern, in Restaurants und Gotteshäusern. Lisl Ponger hat in den Jahren 1991-92 eine systematische Suche nach dem "Fremden Wien" unternommen. Über ihre Begegnungen hat sie ein Tagebuch geführt. Elf Jahre später schneidet sie aus ihrem Material einen Film, in dem die Ergebnisse ihrer teilnehmenden Beobachtung (meistens mit einer Super-8-Kamera, manchmal nur mit einem Tonaufnahmegerät) nach verschiedenen Kategorien geordnet werden: Visuelle wie technische wie "anthropologische" Motive spielen eine Rolle. Aus dem Off spricht die Filmemacherin über ihre Ordnung der kulturellen Dinge, die sich als fundamental "zusammengesetzt" erweist: Ein Mönch schlägt die Trommel, ein Fluß rauscht, das Bild und der Ton entstammen unterschiedlichen Feldern. Phantom Fremdes Wien ist die Dekonstruktion geläufiger "Völkertafeln": Nicht die charak-teristische Geste, das typische Kostüm, das unverwechselbare Musikstück stehen im Zentrum (der Beweis für die Essenz einer Gruppe), sondern die vielfältigen Formen des Übergangs und der Montage. Repräsentation wird zu einem offenen Prozeß, das fremde Wien bleibt – bei aller Nähe – ein Phantom. (Bert Rebhandl)

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Orig. Titel
Phantom Fremdes Wien
Jahr
1991 - 2004
Land
Österreich
Länge
27 min
Regie
Lisl Ponger
Kategorie
Dokumentarfilm
Orig. Sprache
Deutsch
Credits
Regie
Lisl Ponger
Musik
Viennasi MC, Hakan Gürses
Sound Design
Dietmar Schipek
ProduzentIn
Gabriele Kranzelbinder, Alexander Dumreicher-Ivanceanu
Sprachaufnahmen
Vera Albert
Mit Unterstützung von
Wien Museum , Wien Kultur, BKA. Kunst, ORF
Verfügbare Formate
35 mm (Distributionskopie)
Bildformat
1:1,37 (Normal)
Tonformat
Stereo
Bildfrequenz
24 fps
Betacam SP PAL (Distributionskopie)
Bildformat
1:1,37 (Normal)
Tonformat
Stereo
Bildfrequenz
24 fps
DVD (Distributionskopie)
Bildformat
4:3
Tonformat
Dolby Stereo
Bildfrequenz
25 fps
Festivals (Auswahl)
2004
Rotterdam - Int. Filmfestival
Melbourne - Int. Film Festival
Montréal - Festival International du Nouveau Film et de la Video
Uppsala - Int. Short Film Festival
Graz - Diagonale, Festival des Österreichischen Films
Utrecht - Impakt Festival
Neubrandenburg - dokumentART
Kassel - Dokumentarfilm- & Videofest
2005
Stuttgart - Filmwinter, Expanded Media Festival
Paris - Cinéma du Réel
Mar del Plata - Int. Film Festival
Prag - One World Festival
Graz - artimage biennial on architecture and media
San Francisco - Golden Gate Award Int. Film Festival (Golden Gate Award New Visions)
2011
Mexico - Ambulante Gira de Cinema