Low Definition Control - Malfunctions #0

Low Definition Control ist ein Film über Bilder. Überwachungskameras, medizinische Ultraschalldetektoren und Computertomographen produzieren Vorstellungen von konformem Verhalten und gesunden Körpern, aber auch von Abweichungen, Auffälligkeiten und verborgenen Risiken. Im Zeichen von Terrorangst, Risikoprävention und umfassenden Kontrollphantasmen lenken diese Bilder den Blick auf eine mögliche Zukunft.
(Produktionsnotiz)

Wo wir gehen und stehen, werden wir angesehen: In einer Gesellschaft, die Öffentlichkeit primär als Ort von Risiken denkt, hängt von ständiger Beobachtung nahezu alles ab. Deswegen kann man heute in den Innenstädten der entwickelten Länder in kein Sandwich mehr beißen (oder gar einen Koffer herumtragen), ohne dass dies von Kameras aufgezeichnet und von Rasterprogrammen decodiert würde.
Den Umstand, dass Risikoprävention und Sicherheit "der politische Alleskleber" geworden sind, nimmt Michael Palm zum Anlass, mit seinem Film Low Definition Control über die Implikationen der zunehmenden Technisierung der Wahrnehmung im öffentlichen Raum und in der Medizin nachzudenken. Er tut dies, indem er zu immer wieder durch Überhöhung verfremdeten Alltagsszenen eine Theorie in Fragmenten ergänzt.
Aus dem Off sind die Stimmen von Wissenschaftlern und Intellektuellen aus allen möglichen Disziplinen (von der Neurologie über die Medienwissenschaft bis zur Theologie) zu hören, die darüber debattieren, was durch den zunehmenden "Panoptismus" und den gesellschaftlichen Verlust der Unschuldsvermutung am Horizont der Geschichte sichtbar wird: eine "völlige Evakuation des Realen" und eine Auflösung "der Figur des Menschen in seiner Naturalität".

Low Definition Control ist Science Fiction im buchstäblichen Sinn des Wortes - eine visionäre Vorwegnahme von längst im Gange befindlichen biopolitisch-gouvernementalen Prozessen, in denen die Technik sich in das Verhalten der Menschen so einschreibt, dass nach einer Disziplinar- und einer Kontrollgesellschaft irgendwann eine Gesellschaft körperloser, berechenbarer Schnittstellensubjekte treten könnte.
Low Definition Control ist ein dokumentarischer Science/Fiction-Film über diese Zukunft.
(Bert Rebhandl)





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Trailer
Orig. Titel
Low Definition Control - Malfunctions #0
Jahr
2011
Land
Österreich
Länge
95 min
Regie
Michael Palm
Kategorie
Dokumentarfilm, Essay
Orig. Sprache
Deutsch, Englisch
Untertitel
Englisch, Spanisch
Credits
Regie
Michael Palm
Drehbuch
Michael Palm
Kamera
Michael Palm
Musik
Trevor Duncan, Maurice Ravel
Schnitt
Michael Palm
Sound Design
Michael Palm
Tonmischung
Sabine Maier
Recherche
Michael Palm, Claudia Leutgeb
Produktion
Johannes Hammel
Mit Unterstützung von
Innovative Film Austria, Land Oberösterreich, Wien Kultur MA 7, ORF Film/Fernseh-Abkommen
Verfügbare Formate
35 mm (Distributionskopie)
Bildformat
1:2,35 (CinemaScope)
Tonformat
Dolby Digital
Bildfrequenz
25 fps
Farbformat
Farbe, s/w
Digital File (prores, h264) (Distributionskopie)
Bildformat
1:1,78
Tonformat
Stereo
Bildfrequenz
25 fps
Farbformat
Farbe, s/w
Festivals (Auswahl)
2011
Viennale - Vienna Int. Film Festival
Copenhagen - cph:dox, Intl Documentary Film Festival
Mar del Plata - Int. Film Festival
Jihlava Documentary Film Festival
Denver - Int. Film Festival
2012
Wroclaw - New Horizons Festival
Linz - Crossing Europe Film Festival
Madrid - Documenta Int. Doc Film Festival (SEGUNDO PREMIO. LARGOMETRAJE DE CREACIÓN)
Edinburgh - International Film Festival
Marseille - FIDMarseille International Film Festival
Lissabon - DocLisboa
Leeds - Int. FilmFestival
Kaunas Int. Film Festival
Cork - Int. Film Festival
Kassel - Dokumentarfilm- & Videofest
Austrian Film Academy Awards (Nominée Best Austrian Documentary 2012)
Hamburg - Dokumentarfilmwoche
Rotterdam - Int. Filmfestival
Nyon - Dokumentarfilm Festival
Jeonju - International Film Festival
Graz - Diagonale, Festival des österreichischen Films
2013
München - Nonfiktionale
Washington - National Gallery of Arts shows "Sixpack: The Austrian Experiment"