LOLOLOL

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In ihrem Atelier, das auch Wohnung ist, arbeitet Anthea an ihrer Kunst. Ein zweidimensionales Plexiglasbild entsteht, es zeigt nicht allzu leicht deutbare Formen, Tiere oder arkane Symbole, die mit der Erscheinung der Protagonistin korrespondieren. Sie trägt ein T-Shirt der Doom-Metal-Band Saint Vitus, schwarzen Minirock, zarten Kettengürtel, bleichoranges Haar, ergänzt um die Allgegenwärtigkeit technischer Arbeits- und Kommunikationsmittel. Retromoderne. Als sich Anthea auf die im Türrahmen installierte Schaukel setzt und das Telefon checkt, hat das Bildformat bereits von Quer auf Hochkant gewechselt. Ti(c)k To(c)k geht die Bewegung, das Handy – auch jenes, mit dem Kamerafrau Caroline Bobek dreht – schert sich wenig um angestaubte Gesetzmäßigkeiten. Dies betrifft besonders die Sprache der Menschen, die in Kurdwin Ayubs LOLOLOL miteinander agieren und zu der die Elterngeneration – die seit Neuestem mit dem Stichwort „OK Boomer“ bezeichnet wird – nur schwer bis gar keinen Zugang findet, weil sie sich zu sehr um Grammatik und zu wenig um die Lebenszusammenhänge ihrer Kinder schert.
Die Verständigungsebene der Clique, die sich zusammenfindet, ist geprägt von einer charmanten Mischung aus alteingesessenem Wienerisch und ausgesprochenen Internetkürzeln – „ur weird“. Anthea sagt, sie liebt es, wenn sich Beziehungen, die vorher „random“ waren, wieder normalisieren, es war „der Höhepunkt der Randomness“, bekräftigt ihre Freundin. Im Laufe des Abends verliert sich Anthea zwischen Megaartevent und Clubbingatmosphäre, es wirkt bisweilen anstrengend, die Kunst, die Begegnungen, der Smalltalk. Wenn aber der nächste Tag mit dem Blick aufs Handy anbricht, kann das Flüchtige zu neuen Kräften kommen. Voll nice. (Melanie Letschnig)

Orig. Titel
LOLOLOL
Jahr
2020
Land
Österreich
Länge
20 min
Regie
Kurdwin Ayub
Kategorie
Kurzfilm, Dokumentarfilm
Orig. Sprache
Deutsch
Untertitel
Englisch
Credits
Regie
Kurdwin Ayub
Drehbuch
Kurdwin Ayub, Markus Zizenbacher
Kamera
Caroline Bobek
Ton
Markus Zizenbacher
Schnitt
Kurdwin Ayub
Sound Design
Victoria Grohs
Mitwirkende/r
Anthea Schranz, Ada Karlbauer
Verfügbare Formate
Digital File (prores, h264)
DCP 4K (Distributionskopie)
Bildformat
16:9
Tonformat
5.1 surround
Bildfrequenz
24 fps
Farbformat
Farbe
Festivals (Auswahl)
2020
Copenhagen - cph:dox, Intl Documentary Film Festival
Graz - Diagonale, Festival des österreichischen Films