Eat

Dietmar Schwärzler: In Eat (1996) frühstücken Sie mit den Beinen auf dem Tisch, tragen lediglich einen BH und einen Slip, nehmen nach dem Essen die Zähne aus dem Mund, schlecken die Zahnprothese ab und stecken diese wieder in Ihren Mund. Dabei nehmen Sie durch den Blick in die Kamera Kontakt mit einem imaginären Gegenüber auf, das Sie quasi zu dieser Aktion befragen. Ein Spiel mit der Wahrnehmung Ihrer Person, der Selbstwahrnehmung, aber auch mit sozialen Verhaltensformen und Rollen, die Sie gerne unterwandern. „Gegen die Anpassung“, „gegen die Regeln“ sind zwei Ihrer Credos. Let’s misbehave, sozusagen.

Friedl Kubelka / vom Gröller: Ja. Gleichzeitig waren der Kummer und die Scham so wahnsinnig groß. Jedenfalls zählt dieser Film zu jenen, die ich nie jemand anderem zeigen wollte, sondern gemacht habe, um eine Gefühlsregung loszuwerden. In Peter Kubelkas „Zyklischem Programm“ Was ist Film für das Österreichische Filmmuseum sind wahnsinnig viele subversive Filme zu entdecken. Ich hatte damals vier Stunden Avantgardefilme gesehen, u. a. Andy Warhols Eat. Ich erinnere mich, dass ich ganz gerädert war. Ich habe sehr viel getrunken, und am nächsten Morgen, als Louise in der Schule und ich allein zu Hause war, habe ich mir gedacht: So, das traue ich mich jetzt! Meine Variante ist eine Karikatur des von mir verehrten Andy- Warhol-Films.

Aus: Let´s Misbehave! Sometimes Rules Are Made to Never Be Learned. Conversation between Friedl Kubelka / vom Gröller, Stefanie Reisinger, Dietmar Schwärzler. In: Friedl Kubelka / vom Gröller. Nicht daheim und doch zu Hause. Ausstellungskatalog Belvedere 21, Verlag Buchhandlung Walther und Franz König, 2026.

Orig. Titel
Eat
Jahr
1996
Land
Länge
3 min
Kategorie
Artist Film
Orig. Sprache
Kein Dialog
Credits
Regie
Friedl vom Gröller
Konzept & Realisation
Friedl vom Gröller
Verfügbare Formate
16 mm (Distributionskopie)
Bildformat
4:3
Tonformat
Stumm
Bildfrequenz
24 fps
Farbformat
s/w